Kollegen-Typen: #5 Der Streber

Er ist morgens der erste im Büro und abends der letzte, der es wieder verlässt. Der Streber ist ein hochmotivierter Kollegen-Typ, der jedem Vorgesetzten ein Lächeln ins Gesicht zaubert. Es gibt nur eine Person im Büro, der dieser Charakter Schaden zufügen kann.


Das durchschnittliche Büro ist ein Sammelbecken der unterschiedlichen Charaktere. Hier treffen sich der Selbstdarsteller und der Introvertierte zum Meeting. Während der Spaßvogel für gute Laune sorgt, ist der Perfektionist schon wieder damit beschäftigt, alles bis ins kleinste Detail zu planen. In seinem Eifer kann dieser Büro-Typ nur von einem anderen Charakter übertroffen werden: Der Streber weiß wie kein anderer, was Fleiß am Arbeitsplatz bedeutet. Kein Wunder, immerhin will er stets ein bisschen besser dastehen als seine Kollegen – und ein solcher Status kommt nun einmal nicht von allein.

Die Merkmale des Strebers

Höher, weiter, schneller – für den Streber gibt es kaum ein Limit am Arbeitsplatz. Wenn er eine Aufgabe zugeteilt bekommt, erledigt er diese im Handumdrehen. An Motivation fehlt es diesem Büro-Typen keinesfalls. Ganz im Gegenteil: Der Arbeitseifer des Strebers ist so groß, dass er (mit Absicht) vergisst, auch mal eine Pause einzulegen. Diese ist (ebenso wie ein Plausch mit der Kollegin oder ein kurzes Kreativ-Meeting) sowieso nur Zeitverschwendung.

Anders als der Schleimer oder der Selbstdarsteller verliert sich der Streber nicht in Worten, sondern macht einfach. Natürlich ist es dennoch in seinem Interesse, sich positiv zu präsentieren und somit in der Gunst des Chefs zu steigen.

Das Problem am Streber ist, dass er durch seinen Fleiß oftmals übers Ziel hinausschießt. Während andere die Aufgabe längst als erledigt ansehen, setzt er noch eins oben drauf. Ähnlich wie der Perfektionist neigt auch dieser Büro-Typ dazu, mehr Zeit als notwendig in etwas zu investieren. Da dieser Übereifer nicht immer gut bei den Kollegen ankommt, sind die wenigsten Streber wirklich teamfähig.

Warum der Streber so strebsam ist, kann nicht verallgemeinert erklärt werden. Während die einen eine möglichst tadellose Arbeit abliefern und damit besser Jobchancen erhalten wollen, suchen die andere durch intensives Arbeiten einen Ausgleich zu privaten Defiziten. Einige Streber geben außerdem an, meist schon früh am Morgen ins Büro zu kommen, weil sie im Ruhigen besser und vor allem konzentrierter arbeiten können.

Der Streber im Überblick

  • extrem fleißig
  • buhlt um die Gunst des Vorgesetzten
  • will besser als seine Kollegen sein und dadurch positiv auffallen
  • hochmotiviert
  • neigt dazu, zu viel Zeit in eine Aufgabe zu investieren
  • arbeitet lieber allein und in Ruhe als im Team
  • sieht in seiner Arbeit einen wichtigen Bestandteil des Lebens

Wie gehe ich mit dem Streber um?

Die gute Nachricht: Der Streber sticht aufgrund seiner ungebremsten Arbeitsmoral zwar immer aus der Masse hervor, schadet damit aber nicht seinen Kollegen. Wenn dieser Büro-Typ nicht nur fleißig ist, sondern auch eine qualitativ hochwertige Arbeit abliefert, dann ist er ein Segen für jeden Betrieb. Als Kollege sollten Sie im Umgang mit dem Streber vor allem diese beiden Punkte beachten:

  • Nehmen Sie sich ein Beispiel an ihm
    Hand aufs Herz – jeder von uns kann sich hin und wieder eine Scheibe vom Eifer des Strebers abschneiden (vor allem montags). Dieser Arbeitstyp kann durchaus als Vorbild dienen und sollte keinesfalls belächelt werden. Man muss es nur zulassen, sich von seiner Motivation anstecken zu lassen. Fragen Sie zum Beispiel einmal nach, was genau den Streber antreibt und dafür sorgt, dass er jeden Tag so motiviert zur Arbeit kommt. Ein solches Gespräch kann durchaus inspirierend sein.
  • Schützen Sie ihn vor sich selbst
    Der Streber schadet zwar nicht seinen Kollegen, dafür aber sich selbst – nämlich dann, wenn seine Arbeitsmoral ins Extreme gesteigert wird und er wirklich keine Grenzen mehr kennt. Streber, die über einen längeren Zeitraum permanent am Limit arbeiten, neigen zum Burnout. Weisen Sie den Streber regelmäßig darauf hin, auch mal eine Pause einzulegen und schenken Sie ihm Ihre Aufmerksamkeit. Oftmals kompensieren Streber durch viel Arbeit, dass ihr Privatleben weniger ausgefüllt ist. Ein nettes Gespräch oder ein einfaches Lächeln können durchaus eine große Wirkung erzielen und den strebsamen Arbeitstypen daran erinnern, dass auch ein Leben abseits des Schreibtischs gibt.

Strebsamkeit ist keine Schande, sondern eine Eigenschaft, die jeder von uns in sich tragen sollte. Wird sie jedoch ins Extreme gesteigert, besteht die akute Gefahr einer Überarbeitung. Behalten Sie den Streber-Typ in Ihrem Büro daher immer in den Augen und sorgen Sie dafür, dass er regelmäßig Pausen einlegt. Generell geht von diesem Kollegen-Typ jedoch keine Gefahr fürs Betriebsklima aus.

Hinweis: Freuen Sie sich im sechsten Teil unserer Artikel-Serie „Kollegen-Typen“ auf die Diva.


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