Kontakte knüpfen: Tipps für den Gesprächseinstieg im Job

Kontakte sind das A und O für eine erfolgreiche Karriere. Der erste Schritt ist aber bekanntlich der schwierigste. Wie also meistern Sie den Gesprächseinstieg im Job?


Das berühmte „Vitamin B“ kann Ihnen das Berufsleben erheblich erleichtern. Wie wir im Artikel „Verdeckter Stellenmarkt: Bewerbungsparadies (fast) ohne Konkurrenz“ bereits hervorgehoben haben, werden rund 70 Prozent aller vakanten Stellen unter der Hand vergeben und niemals öffentlich ausgeschrieben. Wer also ein großes Netzwerk aus beruflichen Kontakten pflegt, sieht sich bei der Jobsuche klar im Vorteil. Doch damit nicht genug:  Auch bei einer Beförderung haben Sie garantiert bessere Chancen, wenn Sie mit dem Entscheider „per Du“ sind und sogar in der Selbstständigkeit können Bekanntschaften bei der Kundenakquise von unschätzbarem Wert sein. Ihr Motto im Berufsleben (und vielleicht auch im Privatleben) sollte daher lauten: So viele Kontakte wie möglich knüpfen und dann nach und nach zu einer Freundschaft ausbauen. Doch das ist leichter gesagt als getan. Der schwierigste Schritt ist dabei, wie immer im Leben, der erste. Wie kommen Sie mit einer wildfremden Person ins Gespräch, ohne irgendwie merkwürdig zu wirken? Bernard Marr erklärt auf LinkedIn, wie es funktioniert.

Tipps für den Gesprächseinstieg

Gesprächseinstieg Tipp #1: Smalltalk? Das muss nicht sein!

Die meisten von Ihnen werden nun denken: Ein wenig Smalltalk kann nicht schaden. Also werden das Wetter oder die Arbeit selbst zum Gesprächseinstieg – ist ja auch naheliegend. Das kann durchaus funktionieren, ist gleichzeitig aber auch gähnend langweilig. Wirklich im Gedächtnis werden Sie Ihrem Gegenüber stattdessen bleiben, wenn Sie einen ungewöhnlichen und spannenden Gesprächseinstieg finden, der zum Nachdenken anregt und Sie in einem interessanten Licht erscheinen lässt. Klingt gut, oder? Aber wie funktioniert das?

Gesprächseinstieg Tipp #2: Offene Fragen stellen

Wichtig ist erst einmal, dass Sie bei einem Gesprächseinstieg offene Fragen wählen. Wer gleich zu Beginn aus dem Nähkästchen plaudert und den Eindruck erweckt, sein Lieblingsthema sei vor allem er selbst, macht sich schnell unbeliebt und die Lust des Gesprächspartners auf eine Weiterführung der Konversation sinkt gegen Null. Bekunden Sie stattdessen Interesse an Ihrem Gegenüber. Die Fragen sollten sich allerdings nicht durch ein schlichtes „Ja“ oder „Nein“ beantworten lassen. Denn dann ist das Gespräch schnell beendet und mündet im gefürchteten peinlichen Schweigen. Wählen Sie also Fragen für den Gesprächseinstieg, welche eine Konversation in Gang bringen und den Angesprochenen zu einer ausführlichen Antwort veranlassen.

Gesprächseinstieg Tipp #3: Schmeichelnde Fragen wählen

Besonders beliebt werden Sie, wenn Sie Ihrem Gegenüber schmeicheln. Am Arbeitsplatz wäre es allerdings unpassend, mit Komplimenten um sich werfen, zumal das andere Geschlecht dies auch irrtümlich als Flirtversuch werten könnte. Viele Menschen fühlen sich zudem unwohl, wenn sie Komplimente von einem Fremden erhalten, wissen nicht so recht, wie sie damit umgehen sollen, und suchen vermutlich schnellstmöglich das Weite. Bleiben Sie also bei den offenen Fragen. Wie aber kann eine Frage zugleich schmeicheln? Ganz einfach: Bitten Sie Ihren Gesprächspartner um Rat. Vielleicht wissen Sie ja, auf welchem Gebiet er als Experte fungiert. Vielleicht tun Sie aber auch einfach so, als kämen Sie mit der neuen Kaffeemaschine nicht zurecht. Völlig egal, worum es sich schlussendlich handelt: Wenn Sie eine Person nach Rat fragen, fühlt sie sich geschmeichelt und die Sympathie zwischen Ihnen steigt unmittelbar.

Gesprächseinstieg Tipp #4: Hypothetische Fragen

Noch spannender wird der Gesprächseinstieg, wenn Sie anschließend auf hypothetische Fragen setzen. Stellen Sie Fragen, welche der Ansgesprochene vermutlich noch nie gehört hat und welche ihn deshalb zum Nachdenken anregen. Empfindet er diese Frage als angenehm, spannend oder sogar revolutionär, wird er von selbst wieder das Gespräch mit Ihnen suchen. Das ist die beste Grundlage für eine langandauernde Freundschaft. Eine solche hypothetische Frage könnte sein:

„Haben Sie gehört, dass wir jetzt auch nach China expandieren? Wenn Sie überall auf der Welt leben und arbeiten könnten, wo wäre das?“

„Ich habe gestern einen Zeitungsartikel über Unsterblichkeit gelesen. Wenn Sie nicht altern würden, für welches Alter würden Sie sich dann entscheiden?“

„Stellen Sie sich vor, Sie könnten mit jeder Person, lebendig oder tot, berühmt oder nicht, für einen Abend essen gehen. Wen würden Sie wählen und wieso?“

Gesprächseinstieg Tipp #5: Vorsicht mit kulturellen Besonderheiten

Egal, ob Sie schlussendlich auf den klassischen Smalltalk oder einen kreativeren Gesprächseinstieg setzen: Behalten Sie stets die kulturellen Besonderheiten einer Person im Blick. So wird in China zum Beispiel nicht öffentlich über Emotionen gesprochen, während in vielen arabischen Ländern die Frage nach dem Wohlbefinden der Ehefrau ein echter Fauxpas ist. Auch die Frage nach religiösen oder politischen Ansichten, Liebesbeziehungen oder der Gesundheit sind am Arbeitsplatz unangemessen. Auf der sicheren Seite sind Sie eher mit der Frage nach den Kindern, nach Hobbys, einem Urlaub oder auch einfach der Arbeit selbst. Sicher ist allerdings auch immer irgendwie langweilig. Es gilt daher beim Knüpfen neuer Kontakte das richtige Maß aus Kreativität und Professionalität zu finden.

Geheimtipp der Redaktion: Bringen Sie Ihr Gegenüber zum Lachen

Das wohl wirksamste Wundermittel für einen Gesprächseinstieg und damit unser echter Geheimtipp lautet: Gemeinsames Lachen verbindet. Je positiver Ihre Ausstrahlung ist und je leichter sowie lustiger Ihre Gesprächspartner die Konversation erleben, umso eher werden sie erneut auf Sie zugehen und so die Basis für eine echte Freundschaft legen. Behalten Sie also Ihre Sorgen, Wut oder Frustration für sich und bringen Sie Ihr Gegenüber durch eine lustige Anekdote, hypothetische Frage oder seltsame Beobachtung in Ihrer Umgebung zum Lachen. Probieren Sie es aus: Es funktioniert und Ihre Karriere wird es Ihnen danken!


Bildquelle: g-stockstudio/Shutterstock