Schluss mit dem Tratsch: Lästereien am Arbeitsplatz

Lästereien am Arbeitsplatz kommen wohl in jedem Unternehmen vor. Doch nicht immer handelt es sich dabei um harmloses Getratsche. In manchen Fällen kann das Gerede sogar arbeitsrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen.


Lästereien sind nahezu überall im privaten wie beruflichen Bereich zu finden. Doch nicht jede Lästerei dient dem informellen Austausch. Denn es gibt klare Grenzen, die nicht überschritten werden sollten. Die Belange des Unternehmens sollten dabei genauso berücksichtigt werden, wie die der betroffenen Kollegen und Vorgesetzten.

Tipps für den Umgang mit Lästereien

Während kleine Lästereien für die meisten Menschen noch in Ordnung sind, kann ständiges Getratsche zu Konflikten am Arbeitsplatz führen. Das positive Arbeitsklima wird gefährdet und kann sich in besonders schweren Fällen sogar zu Mobbing entwickeln. Für Opfer von Lästereien, aber auch vom Umfeld kann es entscheidend sein, wie sie mit der Situation umgehen. Folgende Tipps sollen beim richtigen Umgang mit Lästereien am Arbeitsplatz helfen:

  • Nicht teilnehmen
    In erster Linie ist es wichtig, sich nicht selbst an den Lästereien zu beteiligen.
  • Problematik offen ansprechen
    Führen Lästereien zu weit, sollte dies direkt angesprochen werden. Manche Kollegen sind sich vielleicht gar nicht darüber bewusst, dass sich andere durch die andauernden Lästereien gestört fühlen oder sogar verletzt werden.
  • Direkte Konfrontation suchen
    Wer Opfer von Lästereien wird, sollte nicht einfach darüber hinwegsehen, sondern dies ansprechen. Das ist zum Beispiel möglich, in dem freundlich gefragt wird, ob es Probleme gibt und ob ein persönliches Gespräch gewünscht wird. Mit einer solchen offenen Ansprache rechnen die wenigsten „Lästermäuler“, wodurch der Überraschungseffekt als Vorteil genutzt werden kann.
  • Anonymer Brief
    Nicht immer ist es möglich, die Dinge offen anzusprechen. In diesen Fällen kann als Alternative auch ein anonymer, offener Brief verfasst werden. Mit diesem lassen sich die Missstände besonders diskret im Unternehmen ansprechen. Der Brief kann zum Beispiel an das „schwarze Brett“ gehängt werden und ist dadurch für jeden Mitarbeiter und Vorgesetzten einsehbar. Auf Schuldzuweisungen und das Nennen bestimmter Personen ist in diesem Fall jedoch zu verzichten.
  • Ignorieren
    In manchen Fällen kann es auch hilfreich sein, das Getuschel der Kollegen einfach zu ignorieren. Insbesondere dann, wenn es um eher harmlose Lästereien geht, hilft es manchmal, einfach Gras über die Sache wachsen zu lassen.

Lästereien am Arbeitsplatz können arbeitsrechtliche Folgen haben

Immer dann, wenn die Lästereien dazu dienen, jemanden persönlich anzugreifen, anderen zu schaden oder damit jemand ausgegrenzt werden soll, können Abmahnungen oder sogar Kündigungen die Folge sein. Aber auch wenn Geheimnisse des Unternehmens ausgeplaudert werden, muss mit einer Kündigung gerechnet werden. Lästereien haben somit klare Grenzen.

Während das „Luft ablassen“ unter Kollegen im vertrauten Rahmen noch durchaus in Ordnung sein kann, müssen Vorgesetzte Lästereien im öffentlichen Bereich nicht hinnehmen. So kann das negative Getratsche in der Kantine bereits dazu führen, dass aufgrund einer sogenannten Ehrverletzung eine Kündigung ausgesprochen wird. Aber auch wenn es sich bei den Lästereien innerhalb des Betriebes um unsachliche Angriffe handelt, welche den Betriebsfrieden stören, können Abmahnungen oder Kündigungen die Folge sein. Auch in Bezug auf Geschäftspartner und Kunden sollten sich Mitarbeiter mit ihrem Getratsche zurückhalten. Denn es ist wenig professionell, wenn Geschäftspartner oder Kunden etwas von dem Getratsche mitbekommen. Im Ernstfall kann ein kurzer aber fehlerhafter Spruch zur falschen Zeit sogar sonst eigentlich gute Geschäftsbeziehungen gefährden oder den Wegfall von Aufträgen zur Folge haben.

Wer gerne und viel über andere redet, sollte somit auf das richtige Maß achten, damit andere sich nicht verletzt fühlen und negative Konsequenzen für sich und das Unternehmen ausbleiben.


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