Meetings im Grünen – 5 Tipps für produktive Besprechungen im Freien

Für die meisten berufstätigen Menschen sind Meetings der Inbegriff von Zeitverschwendung. Jetzt im Sommer bieten sie jedoch einen ganz entscheidenden Vorteil: Man kann die Arbeit für eine Weile nach draußen verlagern.


Warum nicht einfach mal die nächste Besprechung im Freien durchführen? Ein solcher Tapetenwechsel sorgt nicht nur für reichlich frische Luft, sondern bietet auch völlig neue Dimensionen für kreative Entfaltung. Nicht selten sind Meetings im Grünen weitaus produktiver und zielführender als ihre Pendants in geschlossenen Räumen – wenn man denn ein paar ganz wesentliche Tipps befolgt. Wir verraten Ihnen, wie das mit dem Meeting im Grünen funktionieren kann.

Frischer Wind für eingestaubte Besprechungen

Sind wir doch mal ehrlich: Wenn der Chef oder einer der Kollegen mal wieder ein Meeting ankündigt, machen wir in den seltensten Fällen Luftsprünge. Der Grund hierfür: Die Mehrheit der Besprechungen ist ineffizient, langweilig, verfolgt kein konkretes Ziel und ist – um es auf den Punkt zu bringen – die pure Zeitverschwendung. Warum sollte das im Fall von Meetings im Grünen anders sein?

Ganz einfach: Eine Situation, die uns ein gutes Gefühl gibt – beispielsweise bei schönem Wetter draußen sein – beflügelt nicht nur unsere Kreativität, sondern sorgt auch dafür, dass unser Hippocampus reichlich Dopamin freisetzt. Dieses Hormon ist den meisten zwar als ein Glückshormon bekannt, sorgt aber auch dafür, dass wir mit voller Motivation an eine Sache herangehen. Mit anderen Worten: Besprechungen in einer angenehmen Umgebung beflügeln uns und sorgen dafür, dass wir viel fokussierter bei der Sache sind. (Glauben Sie nicht? Spätestens, wenn Sie den nächsten genialen Einfall unter der Dusche oder beim Sport haben, werden Sie sich selbst den Beweis hierfür liefern.)

Doch damit noch nicht genug. Forscher der Universität Magdeburg konnten außerdem belegen, dass die Freisetzung von Dopamin einen direkten Einfluss auf unsere Erinnerung hat. Die Erkenntnis der Forscher: Je mehr Dopamin freigesetzt wird, desto besser können wir uns an etwas erinnern. (Quelle) Es dürfte klar sein, dass das die Qualität des Meetings maßgeblich beeinflusst – und zwar im positiven Sinne.

Info: Ihr Chef hat Sorge, dass im Freien zu viele Ablenkungsfallen lauern? Argumentieren Sie mit der gesteigerten Konzentration und Merkfähigkeit durch Freisetzung des Dopamins. Mit so einer handfesten Aussage wird er sicherlich nicht rechnen.

So wird die Besprechung im Freien ein Erfolg

Falls Sie trotz aller neurologischer Erkenntnisse nichts dem Zufall überlassen und das Meeting im Grünen zum garantierten Erfolg machen wollen, haben wir Ihnen hier eine Reihe von Tipps zusammengestellt.

Tipp #1: Vorbereitung ist alles

Besprechungen im Freien bedeuten zwangsläufig, das Büro zu verlassen. Ehe Sie das tun, sollten Sie noch einmal genau überprüfen, ob Sie alle benötigten Unterlagen beisammen und auch wirklich nichts vergessen haben. Kaum etwas ist so ärgerlich wie ein kontraproduktives Meeting, das auf eine schlechte Vorbereitung zurückzuführen ist.

Tipp #2: Analog statt digital

Auch wenn die Arbeitswelt zunehmend digitaler wird, gilt doch im Fall der Freiluft-Besprechungen: lieber analog arbeiten! Powerpoint-Präsentationen funktionieren im Park einfach nicht und auch das spiegelnde Tablet ist meist nur nervtötend und keinesfalls hilfreich.

Tipp #3: Immer in Bewegung bleiben

Haben Sie schon einmal etwas von Spaziermeetings (oder auch: Walking Meetings) gehört? Das Prinzip dahinter ist denkbar einfach: Sie verabreden sich zu einer Besprechung (möglichst unter vier, maximal sechs Augen) und gehen gemeinsam ein Stück. Während des Spaziergangs können dann in lockerer Atmosphäre alle wichtigen Themen besprochen und neue Ideen gesponnen werden. Es wird davon ausgegangen, dass beim Laufen (und bei Bewegung im Allgemeinen) noch mehr Dopamin freigesetzt wird.

Tipp #4: Bloß keine Picknick-Atmosphäre

Sich mit einer Decke auf die Wiese legen und ganz nebenbei das aktuelle Projekt besprechen – klingt zwar gut, ist aber definitiv eine Wunschvorstellung. Fakt ist: Auf dem Boden sitzen ist (ab einem bestimmten Zeitpunkt) furchtbar unbequem und sorgt – in Kombination mit der falschen Kleidung – auch häufig dafür, dass wir uns reichlich unwohl in unserer Haut fühlen, erst recht in Gegenwart des Chefs. Wer also nicht die ganze Zeit damit beschäftigt sein will, an seinem Oberteil herumzuziehen und die perfekte Bein-Position zu finden, sollte sich einfach auf einen Stuhl oder eine Parkbank setzen.

Tipp #5: Nicht vergessen – Es ist Arbeit!

So schön ein Meeting im Grünen auch sein mag, lassen sie sich davon nicht einlullen. In den meisten Fällen geht es danach nämlich wieder an den Schreibtisch und damit zurück in die harte Büro-Realität. Um diesen Übergang so sanft wie möglich zu gestalten, sollten Sie immer im Hinterkopf behalten, dass die Besprechung Teil Ihrer Arbeit und keinesfalls Freizeit ist.


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