Mit den Kollegen Glühwein trinken gehen: Der große Weihnachtsmarkt-Knigge

Der Dezember ist der Monats der Weihnachtsmärkte – und genau deswegen eine Herausforderung für so manchen Arbeitnehmer. Hier erfahren Sie, wie Sie den Feierabend-Glühwein mit Kollegen ohne peinliche Zwischenfälle überstehen.

Am Ende des Jahres geht es in vielen Büros besinnlich zu. Die letzten Projekte werden beendet und weil es sich sowieso nicht lohnt, noch etwas Neues zu beginnen, sind die Arbeitstage vielerorts weitaus entspannter als in den vorherigen elf Monaten. Da ist es auch durchaus legitim, nach Feierabend mit Kollegen einen Abstecher auf den Weihnachtsmarkt zu machen. Bei Glühwein und Bratwurst ist die Stimmung schnell locker und manchmal sogar erstaunlich ausgelassen. Doch Vorsicht! Das nächste Fettnäpfchen lässt in solchen Situationen nie lang auf sich warten.

Lese-Tipp: Wie Sie sich souverän auf der anstehenden Weihnachtsfeier verhalten, verrät Ihnen dieser Beitrag auf unserem Blog.

Weihnachtsmarkt-Knigge Regel 1: Glühwein immer in Maßen, nicht in Massen

Es sollte eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein, dass man sich beim Glühwein-Umtrunk mit den Kollegen zurückhält und kein Trinkgelage veranstaltet. Doch gerade dann, wenn die Stimmung langsam lockerer wird und man zum ersten Mal so richtig herzhaft mit der neuen Kollegin lacht, schmeckt das alkoholische Heißgetränk bekanntlich am besten – und so kommt es, dass so mancher Mitarbeiter zu tief in die Tasse guckt.

Im Beisein von Kollegen (und vielleicht auch in Gesellschaft des Vorgesetzten) sollte sich der Alkoholkonsum stets in Grenzen halten. Zu groß ist die Gefahr, etwas zu machen oder zu sagen, was einem hinterher peinlich ist (oder sogar schwerwiegende Folgen hat). Um eventuelle Fauxpas zu vermeiden, sollten Sie nach maximal zwei Tassen Glühwein auf Kinderpunsch umsteigen.

Info: Wer nach dem Weihnachtsmarkt-Besuch noch ins Auto steigt, sollte von vornherein auf alkoholische Getränke verzichten. Alles andere könnte ein überaus schlechtes Licht auf Sie werfen.

Weihnachtsmarkt-Knigge Regel 2: Das Zahlen einer Runde zulassen

Wer gern in großen Gruppen auf den Weihnachtsmarkt geht, kennt diese unangenehme Situation, wenn es zu entscheiden gilt: Bezahlt jeder einzeln oder schmeißt irgendwer eine Runde? Wenn einer Ihrer Kollegen gern eine Runde Glühwein spendieren will, sollten Sie diese großzügige Geste nicht in Frage stellen oder sogar darauf bestehen, dass der Gönner Ihre 3 Euro annimmt. Anders herum sollte der, der die erste Runde geschmissen hat, nicht davon ausgehen, dass es ihm alle anderen gleichtun. Die wohl galanteste Lösung dieses Problems ist ein Chef mit Spendier-Laune. Ein Glühwein auf Firmenkosten hebt automatisch die Stimmung und beseitigt alle Unsicherheiten.

Weihnachtsmarkt-Knigge Regel 3: Vorsicht bei der Wahl des Essens

Nach Feierabend mit den Kollegen einen Weihnachtsmarkt besuchen, bedeutet natürlich nicht nur, einen Glühweinstand nach dem anderen zu testen. In der Regel wird hier auch etwas Leckeres gegessen. Damit Sie sich im Beisein der Mitarbeiter nicht blamieren, sollten Sie sich im Vorfeld genau überlegen, welches Gericht es sein soll. Bei manchen Weihnachtsmarkt-Klassikern – beispielsweise Lángos oder Crêpes – ist die Blamage gewissermaßen vorprogrammiert. Auch eine dick mit Ketchup oder Senf beladene Bratwurst kann schnell zur Gefahrenquelle werden.

Gehen Sie daher auf Nummer Sicher und entscheiden Sie sich für ein Gericht mit wenig „Klecker-Potential“. Außerdem sollten Sie auf keinen Fall im Gehen, sondern bestenfalls immer an einem Stehtisch essen. Bevor Sie sich diesem nähern, sollten Sie jedoch überprüfen, dass auch nirgendwo ein Soßenklecks auf Ihren Mantel wartet.

Weihnachtsmarkt-Knigge Regel 4: Bitte keine Weihnachtslieder

Die Vorweihnachtszeit ist eine Zeit mit vielen Brauchtümern und Traditionen, zu denen selbstverständlich auch verschiedene Lieder gehören. Doch so schön Ihre Singstimme vielleicht (ausgehend vom Glühwein-Konsum) sein mag – ersparen Sie Ihren Kollegen bitte jegliche musikalische Showeinlage. Es geht hierbei keinesfalls darum, jede weihnachtliche Stimmung im Keim zu ersticken. Das Anstimmen eines Weihnachtsliedes kann einigen Kollegen schlicht und ergreifend unangenehm sein.

Weihnachtsmarkt-Knigge Regel 5: Nicht über Berufliches reden

Wie sagt man so schön? Dienst ist Dienst und Schnaps ist Schnaps. Soll heißen: Wer mit Kollegen auf den Weihnachtsmarkt gehen will, sollte die beruflichen Gesprächsthemen im Büro lassen. Es ist absolut in Ordnung, in lockerer Atmosphäre auch mal über Privates zu plaudern – solang hierbei diverse Intimitätsgrenzen respektiert werden.

Wenn Sie nach dem zweiten Glühwein plötzlich genug Mut verspüren, den Chef endlich um eine Gehaltserhöhung zu bitten, sollten Sie dieses Vorhaben möglichst schnell wieder vergessen. Solche Themen haben auf dem Weihnachtsmarkt nichts zu suchen. Hier sollte man eher fragen, was die Kollegen zum Fest der Liebe verschenken.

Weihnachtsmarkt-Knigge Regel 6: Annäherungsversuche sind tabu

Was auf dem Weihnachtsmarkt passiert, bleibt auf dem Weihnachtsmarkt? Keinesfalls! Unangebrachte Flirt-Attacken und offensiver Körperkontakt haben im beruflichen Kontext nichts zu suchen. Denn nicht nur der oder die Auserwählte könnte peinlich berührt sein, sondern auch die anderen Kollegen, die die Annäherungsversuche mitbekommen.


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