Närrisches Treiben am Arbeitsplatz: Der kleine Karneval-Knigge

Der Februar ist traditionell der Monat, in dem alles im Zeichen des närrischen Treibens steht. Egal ob Karneval, Fasching oder Fastnacht – Hauptsache bunt und fröhlich. Gilt das auch für den Arbeitsplatz?


Köln, Düsseldorf, Mainz – in diesen und weiteren bundesweiten Hochburgen stehen im Februar alle Zeiger auf Ausnahmezustand. Der Höhepunkt der „fünften Jahreszeit“ rückt näher – auch in vielen Büros. Karneval am Arbeitsplatz ist ein heikles Thema, denn nicht überall sind knallende Sektkorken, schrille Kostüme und ausgelassene Stimmung gern gesehen. Wer hier nicht ins Fettnäpfchen treten will, sollte sich vorher über ein paar Benimm-Regeln informieren.

Närrisches Treiben bedeutet nicht Narrenfreiheit!

Eines gleich vorweg: Der Karneval im Büro sollte niemals die gleichen Züge wie der Karneval auf der Straße annehmen. Eine gute Stimmung, lockere Gespräche, dezente Verkleidungen (je nach Branche gelten hier klare Unterschiede) und eine Runde Pfannkuchen für die Kollegen sind absolut in Ordnung, doch sollte jeder Arbeitnehmer auch die Grenzen kennen.

Wer die närrische Zeit beispielsweise zum Anlass nimmt, eine spontane Party im Büro zu starten, wird dafür höchstwahrscheinlich kein Lob vom Chef erhalten. Auch diverse Karnevalsbräuche wie das Abschneiden von Krawatten und das Verteilen kleiner Küsschen (sogenannte Bützchen) sollten mit äußerster Vorsicht genossen werden. Gänzlich unangebracht sind obszöne Bagger-Versuche und Handgreiflichkeiten. Wenn das närrische Treiben in Narrenfreiheit umschlägt, können durchaus Abmahnungen oder – im Fall von sexueller Belästigung – sogar Anzeigen drohen. Ein weiteres absolutes No-Go ist Konfetti im Büro – erst recht, wenn es über der Tastatur vom Chef verteilt wird.

Kleinigkeiten sind in Ordnung

Eine rote Clownsnase, eine bunt karierte Fliege, Luftschlangen und Luftballons – wenn Sie und Ihre Kollegen nicht auf solche und andere Karnevals-Accessoires verzichten wollen, gibt es meist einen Lösungsweg, mit dem alle Seiten einverstanden ist. Sprechen Sie vorher mit dem Arbeitgeber ab, dass ein bisschen Karnevalsstimmung im Büro verbreitet werden darf. Wichtig ist immer, dass die Aktionen zum Karneval nicht den üblichen Arbeitsalltag behindern.

Streitthema Alkohol

Karneval ohne Alkohol? Was auf der Straße und in den Partylocations absolut normal ist, wird im Büro schnell zur Stolperfalle. Gerade in den Karnevals- und Faschingshochburgen kommt es durchaus vor, dass der Chef einen kleinen Umtrunk „zur Feier des Tages“ zulässt. Das bedeutet jedoch nicht, dass Sie nun alle Hemmungen fallen lassen dürfen. Alkohol im Büro ist in vielen Unternehmen grundsätzlich verboten. Wer über die Stränge schlägt, Kunden vergrault und / oder die Sicherheit am Arbeitsplatz gefährdet, kann durchaus abgemahnt werden.

Hinweis: Auch beim Thema Rest-Alkohol verstehen die wenigsten Arbeitgeber Spaß. Wer mit Alkohol-Fahne und schwankendem Gang ins Büro kommt, kann vom Chef wieder nach Hause geschickt werden. Für den Tag wird dann das Gehalt gestrichen.

„Hallo, ist da jemand?“

Nun ist es ja so, dass längst nicht alle Menschen in Deutschland etwas für das närrische Treiben übrig haben. Während die Rheinländer feiern, was das Zeug hält, geht es gerade im Norden der Bundesrepublik deutlich kühler zu. Wenn Sie nicht zu den Anhängern der fünften Jahreszeit gehören, sollten Sie vor allem eines wissen: Vermeiden Sie zwischen Weiberfastnacht und Aschermittwoch Kontaktaufnahmen in die Hochburgen. Es ist durchaus möglich, dass in dieser Zeit kaum jemand im Büro ist und die Angestellten samt Chef Karneval feiern.

Letztendlich ist Karneval Chefsache

Ob und wie das närrische Treiben im Büro gefeiert wird, hängt letztendlich vom Chef ab. Möglich ist alles – vom kollektiven Betriebsausflug zum Straßenkarneval bis hin zur kompletten Ignoranz der fünften Jahreszeit. Wichtig ist, dass Sie sich als Angestellter an die aufgestellten Regeln halten und sich nicht über die Entscheidungen des Arbeitgebers hinwegsetzen. Andernfalls sind Konflikte quasi schon vorprogrammiert.

Egal ob Narr aus Leidenschaft oder absoluter Verweigerer: Wir wünschen Ihnen eine Karnevals- und Faschingszeit, die ganz in Ihrem Sinne ist.


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