Kollegen-Typen: #3 Der Perfektionist

Für den Perfektionisten zählt nur eines: Ein Ergebnis, das zu 100 Prozent seinen Erwartungen (beziehungsweise denen des Chefs) entspricht. Alles andere ist nicht akzeptabel. Das klingt nach dem wahrgewordenen Traum eines jeden Arbeitgebers, ist jedoch auch der Alptraum für viele Kollegen.


In jedem Büro gibt es viele verschiedene Charaktere, die regelmäßig aufeinander treffen. Das kann gut gehen und tolle Zusammenarbeiten hervorbringen, aber auch für Probleme sorgen. Arbeitgeber, die ein harmonisierendes Team zusammenstellen wollen, tun gut daran, herauszufinden, welcher Mitarbeiter welchem Typ entspricht. Auch Sie als Mitarbeiter können nur profitieren, wenn Sie wissen, wie Sie Ihre Kollegen zu nehmen haben – beispielsweise wenn diese einen ausgeprägten Hang zum Perfektionismus haben.

Die Merkmale des Perfektionisten

Die Haupteigenschaft von perfektionistischen Mitarbeitern liegt auf der Hand: Sie sind perfektionistisch. Das bedeutet, dass sie stets mit sehr viel Sorgfalt, Eifer und Korrektheit an die Arbeit gehen und erst dann zufrieden sind, wenn das Ergebnis komplett überzeugt. Perfektionisten sind sehr leidenschaftliche und motivierte Mitarbeiter, die in der Regel einen deutlichen Zugewinn für Unternehmen darstellen. Im Gegensatz zum Selbstdarsteller ist der Perfektionist ein Mitarbeiter, der nicht nur große Reden schwingt, sondern auch wirklich Resultate liefert.

So gut die Charakteristik bis hierher auch geklungen haben mag, der Perfektionist bringt auch die eine oder andere Schattenseite mit sich. Dieser Kollegentyp ist beispielsweise nur bedingt teamfähig. Der Grund hierfür: Da er immer will, dass alles perfekt ist, macht er es lieber selbst, anstatt die Aufgabe seinen Kollegen zu übergeben. Kompromissbereitschaft ist da oft Fehlanzeige. Ein weiterer „Nachteil“ dieses Büro-Typs: Sein Perfektionismus kennt keine Grenzen. Das hat zur Folge, dass der Perfektionist auch dann zum perfekten Ergebnis neigt und Zeit verschwendet, wenn dieses gar nicht erforderlich ist. Eine Aufgabe nur halbherzig erledigen? Für den Perfektionisten ist das absolut undenkbar. Auch ein Resultat, das als „gut“ bezeichnet werden kann, kommt für ihn nicht in Frage.

Sein Hang zum Absoluten sorgt auch dafür, dass der Perfektionist im Einzelfall nur bedingt kritikfähig ist. Diese Formulierung wurde bewusst vorsichtig gewählt, da es sich hierbei um ein Merkmal handelt, dass nicht auf jeden Perfektionisten zutrifft. Es gibt durchaus auch perfektionistische Kollegen, die ein offenes Ohr für die Anmerkungen der anderen haben – solang diese konstruktiv sind.

Der Perfektionist im Überblick:

  • will Aufgaben nicht nur gut, sondern perfekt erledigen
  • ist sehr ambitioniert, motiviert und sorgfältig
  • nur bedingt team- und kritikfähig
  • wenig kompromissbereit
  • Gefahr, zu viel Zeit für eine weniger wichtige Aufgabe zu verschwenden

Wie gehe ich mit dem Perfektionisten um?

Generell ist an der fleißigen und überaus korrekten Arbeitsweise des Perfektionisten nichts auszusetzen. Problematisch wird es erst, wenn der Perfektionismus keine Grenzen kennt und den allgemeinen Workflow blockiert. Ist dies der Fall, wird es höchste Zeit, diesen Kollegen-Typ unverblümt und ausdrücklich darauf hinzuweisen, dass es durchaus okay ist, nicht immer perfekte Ergebnisse abzuliefern.

Wichtig: Untermauern Sie diese Aussage mit Argumenten und zeigen Sie dem Perfektionisten dadurch auf, dass es auch anders gehen kann beziehungsweise gehen muss. Einer der wichtigsten Punkte ist hierbei der immense Zeitaufwand, dicht gefolgt von der mangelhaften Teamfähigkeit.

Das Ziel sollte es sein, diesen Büro-Charakter davon zu überzeugen, dass gute bis sehr gute Ergebnisse durchaus ausreichen sind und es gar nicht immer perfekt sein muss. Wenn es dem Perfektionisten schwerfällt, so zu agieren, hilft es, wenn Sie das Umdenken schrittweise strukturieren. Es ist schon durchaus förderlich, wenn nur eine Aufgabe pro Tag nicht ganz im Zeichen des Perfektionismus steht. Wenn das zur Gewohnheit geworden ist, kann eine weitere folgen usw.

Eine Prise Perfektionismus schadet niemandem. Im Gegenteil: In jedem von uns sollte ein kleiner Perfektionist stecken, der hin und wieder (gut dosiert) zum Vorschein kommt. Wichtig ist lediglich, dass uns der Perfektionismus nicht übermannt und dafür sorgt, dass wir uns zu lang an einer Aufgabe aufhalten.

Hinweis: Freue Sie sich im vierten Teil unserer Artikel-Serie „Kollegen-Typen“ auf den Introvertierten.


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