Positiv denken! Wie Optimismus Ihre Einstellung zur Arbeit verändert

Optimismus ist, wenn das Glas nicht halbleer, sondern immer halbvoll ist – so die Definition aus dem Volksmund. Wie wirkt sich diese Einstellung auf das Berufsleben aus?


Ein pessimistischer Mensch sieht in den meisten Situationen nur das Schlechte. Schon wieder ein neuer Berg Arbeit? Damit werde ich nie fertig! Der Chef bittet zum Gespräch? Sicher knallt er mir die Kündigung auf den Tisch. Die permanent negative Einstellung zu allem wirkt sich meist schnell auf den allgemeinen Gemütszustand aus und sorgt dafür, dass Pessimisten häufig demotiviert und schlecht gelaunt sind. Ganz anders verhält es sich im Fall der Optimisten. Diese neigen viel eher dazu, eine Situation positiv zu bewerten und ihr ohne üble Vorahnung entgegenzutreten. Doch bedeutet das automatisch, dass sie die „besseren“ Angestellten sind?

Erbringen Optimisten bessere Leistungen?

Diese Frage wollte ein US-amerikanisches Forschungsteam um Elizabeth R. Tenney beantworten. Die Untersuchungen der Forscher, die Sie hier im Detail nachlesen können, haben ergeben, dass sich Optimismus nicht automatisch positiv auf die geistige Leistung von Menschen auswirkt. Mit anderen Worten: Eine positiven Einstellung allein macht aus Ihnen nicht automatisch einen besseren Angestellten. Doch heißt das auch, dass es an der Zeit ist, alle optimistischen Ansichten über Bord zu werfen und zum Pessimisten zu werden?

So wirkt sich Optimismus auf Ihren Beruf aus

Auf gar keinen Fall! Optimismus darf nie unterschätzt werden, denn nicht nur im Privaten, sondern auch im Beruflichen kann eine positive Einstellung wahre Wunder bewirken.

Gehen Sie in Gedanken einmal die Menschen durch, die Sie kennen und suchen Sie gezielt nach einem „hoffnungslosen“ Optimisten. Wenn Sie eine zutreffende Person gefunden haben, können Sie einmal beobachten, wie diese mit verschiedenen Krisensituationen und schwierigen Problemen umgeht. Es ist eher unwahrscheinlich, dass der Optimist den Kopf in den Sand steckt und sich seinem Schicksal ergibt. Es liegt vielmehr in seiner Natur, das Beste aus den Situationen zu machen und in allen noch etwas Positives zu entdecken. Geht es ihm mit dieser Einstellung schlechter?

Definitiv nicht. Dass sich Optimismus günstig auf unser allgemeines Befinden und auch auf unsere Gesundheit auswirkt, wurde von verschiedenen Untersuchungen bestätigt. Man könnte auch sagen: Optimismus macht uns glücklich(er) – beziehungsweise empfänglich für Glück. Was im Fall von Liebesbeziehungen funktioniert, kann durchaus auch auf das Berufsleben übertragen werden. Sie müssen nur daran glauben.

Heute wird ein schöner Tag!“

Gehören Sie zu den Leuten, die Montage hassen? Dann sind Sie garantiert nicht allein. Allerdings sollte Ihre Antipathie gegenüber diesem (und vielleicht auch anderen Wochentagen) nie dazu führen, dass Sie die Freude an Ihrer Arbeit verlieren. Eine optimistische Einstellung kann durchaus dabei helfen, das Montags-Kriegsbeil zu begraben und sich vielleicht sogar mit diesem Tag anzufreunden. Wie das gehen kann? Sehen Sie den Montag beispielsweise als Neuanfang, der alles möglich macht und die negativen Erfahrungen der letzten Woche auslöscht.

Ich bin der Aufgabe gewachsen!“

Eine weitere klassische Situation, in der sich Optimisten und Pessimisten klar voneinander unterscheiden, ist die Vergabe einer neuen Aufgabe, die die persönlichen Fähigkeiten im ersten zu Moment übertreffen scheint. Während der Pessimist schnell dazu neigt, in einen wehleidigen „Ich schaffe das nicht.“-Singsang zu verfallen, stellt sich der Optimist dieser Herausforderung – und wächst daran. Eine positive Einstellung kann Ihnen durchaus dabei helfen, sich persönlich und auch fachlich weiterzuentwickeln und dadurch Ihre Karrierechancen zu verbessern.

Zu dieser Thematik passt auch ein Zitat von Winston Churchill:

„The pessimist sees difficulty in every opportunity. The optimist sees the opportunity in every difficulty.“

Kein Grund zur Panik!“

Verschiedene Untersuchungen haben bewiesen, dass Optimisten besser mit Stress umgehen können, weil sie gelassener darauf reagieren. Anstatt sich fertigzumachen und nur das Schlechte in der Situation zu sehen, machen Sie sich auf die effiziente Suche nach einer Lösung und legen dabei häufig ein hohes Maß an Kreativität an den Tag. Diese Verhaltensweise ist im beruflichen Kontext ein wahrer Segen. Ausgehend davon, dass Optimisten besser mit Stress umgehen können, kann auch vermutet werden, dass Sie besser als Führungskräfte geeignet sind. Auch hier wird wieder deutlich: Es lohnt sich durchaus, positiv zu denken.

Kann man Optimismus lernen?

Wenn ein Mensch auf die Welt kommt, weist er einen grundlegenden „Pool“ angeborener Persönlichkeitsmerkmalen auf, die von den Eltern vererbt wurden. Jedes Merkmal ist mehr oder weniger stark in der Genetik des Menschen verankert und äußert sich auf unterschiedliche Weisen. Auch die optimistische beziehungsweise pessimistische Grundhaltung ist im gewissen Maße angeboren – allerdings nicht stark genug, um sie nicht nachträglich zu verändern. Soll heißen: Optimismus kann erlernt werden!


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