Profilbilder in Karrierenetzwerken: Zu welchem Typ gehören Sie?

Dass sich die Karriere-Netzwerke XING und LinkedIn teils stark von anderen sozialen Medien unterscheiden, wurde auf diesem Blog schon mehrfach beleuchtet. In diesem Beitrag sollen die Profilbilder einmal genauer beleuchtet sein.
Möglichst professionell soll es sein, aber auch nicht zu steif oder formell. Gern der Branche entsprechend und auf jeden Fall sympathisch. Wenn es um das Profilbild auf XING oder LinkedIn geht, zeigen sich viele Nutzer gern von ihrer eitlen Seite. Es kann ihnen nicht verübelt werden, schließlich ist das Foto oftmals der erste Eindruck, den wir von einer Person in den Karrierenetzwerken erhalten. Umso interessanter ist, dass sich die meisten Profilbilder in eine der nachfolgenden Kategorien einordnen lassen.

Der Bewerbungsfoto-Typ

Scrollt man sich durch seine Kontaktliste, so entsteht schnell der Eindruck, dass dieser Typ am häufigsten vertreten ist. Wer ein klassisches Bewerbungsfoto in digitaler Form besitzt, nutzt dieses gern auch für seine Profile in den Karrierenetzwerken. Warum auch nicht, schließlich wurden sie für ganz ähnliche Zwecke angefertigt.

Das Problem an Bewerbungsfotos ist, dass sie oftmals eher statisch und manchmal auch ein bisschen altbacken daherkommen. Sie vermitteln weder Persönlichkeit, noch Kompetenz und sind darum – so hart es auch klingen mag – verhältnismäßig nichtssagend.

Besser: Moderne Businessfotos verzichten auf neutrale Hintergründe und steifes Lächeln und präsentieren den Dargestellten stattdessen in dynamischen Posen und interessanten Umgebungen. Eine Tiefenunschärfe lenkt den Blick des Betrachters automatisch auf das Wesentliche: Die Person, die auf dem Foto zu sehen ist.

Der Selfie-Typ

Wer denkt, dass Karrierenetzwerke und Selfies beim besten Willen nicht zusammenpassen, der irrt sich gewaltig. Wenn Sie einmal genauer hinschauen, dann werden Sie die Selbstporträts überraschend häufig entdecken.

Ein Selfie muss nicht automatisch von schlechter Qualität sein. Allerdings sendet es meist Botschaften aus, die mit XING und LinkedIn nur wenig zu tun haben. Wer sich hier vernetzen und vielleicht auf die Suche nach einem neuen Job machen will, sollte eher vom Selfie absehen.

Besser: Lassen Sie ein professionelles Bild vom Fotografen aufnehmen. Oder befolgen Sie diese Tipps, wenn Sie das Foto unbedingt selbst aufnehmen wollen.

Der Schwarz-Weiß-Typ

Egal professionell oder laienhaft – Ein Blick auf die Profilfotos in den Karrierenetzwerken macht deutlich: Schwarz-Weiß ist weiterhin im Trend. Es scheint fast so, als würde jedes Foto automatisch noch tiefgründiger und bedeutungsschwerer daherkommen, wenn man ihm jegliche Farbe entzieht. Dass die Bilder dann jedoch auch schnell etwas langweilig wirken und auch in der Masse untergehen können, wird pflichtbewusst ignoriert.

Besser: Wenn schon schwarz-weiß, dann wenigstens kombiniert mit einer ausgefallenen Pose und/oder einem spannenden Bildaufbau.

Der Branchen-Typ

Die einen posieren cool mit der Kamera vor der Nase, die anderen klemmen sich das Notebook lässig unter den Arm. Es ist ziemlich beliebt (und auch durchaus sinnvoll), den eigenen Job oder die Branche, in der man tätig ist, im Profilfoto zu versinnbildlichen.

Das gibt dem Foto nämlich nicht nur zusätzliche Spannung, sondern erleichtert es dem Betrachter auch, die abgebildete Person einer Tätigkeit zuzuordnen. Nicht zuletzt können zusätzliche „Requisiten“ auch dazu beitragen, dass man eher im Gedächtnis der anderen Karrierenetzwerk-Nutzer bleibt.

Besser: Nicht übertreiben! Es ist völlig legitim, den eigenen Beruf im Profilbild widerzuspiegeln. Das Ganze sollte jedoch nicht in einer Maskerade ausufern.

Der Pixel-Typ

Es mag für den einen oder anderen schockierend klingen, doch: Nicht jeder Smartphone-Schnappschuss, der Ihnen per WhatsApp zugeschickt wird, eignet sich automatisch auch als Profilbild auf XING oder LinkedIn. Auch das Foto von vor 15 Jahren, dass Sie eingescannt haben, weil Sie Ihr Lächeln darauf so sympathisch finden, hat in einem Karrierenetzwerk nicht wirklich etwas zu suchen.

Unscharfe, pixelige, kurzum: qualitativ schlechte Bilder, machen es nicht nur schwer, Sie als Person zu erkennen, sie strahlen leider auch immer Unprofessionalität aus.

Besser: Wählen Sie ein qualitativ hochwertiges Foto aus.

Der Urlaubsfoto-Typ

Dieser Typ ist eng verwandt mit dem Selfie-Macher. Wie dieser schwimmt er bewusst (?) gegen den Businessfoto-Strom und präsentiert sich stattdessen lieber im eher privaten Umfeld. Braungebrannt und im luftigen Sommeroutfit entspricht schließlich viel eher seiner Person als aalglatt im Anzug oder Kostüm.

Besser: Urlaubsfotos haben auf XING und LinedIn schlichtweg nichts zu suchen. Heben Sie sich private Aufnahmen lieber für Ihr Instagram-Profil aus und lassen Sie für die Karrierenetzwerke ein professionelles Businessfoto aufnehmen.

Der In-Action-Typ

Er hält flammende Reden, ist in seinen Programmiercode vertieft oder singt gefühlvoll in ein Mikrofon. Der In-Action-Typ kann als eine Art Weiterentwicklung des Branchen-Typs verstanden werden. Er begnügt sich nicht damit, ein für seinen Beruf typisches Requisit in die Kamera zu halten, sondern lässt sich lieber gleich bei der Arbeit fotografieren.

Grundsätzlich ein sehr guter Ansatz… Wäre da nicht ein Problem. Oftmals ist der In-Action-Typ leider nicht besonders gut auf seinem Foto zu erkennen. Dementsprechend schwierig ist es, sein Profil einer realen Person zuzuordnen.

Besser: Achten Sie darauf, dass der Fotograf auch – und vor allen Dingen – Ihr Gesicht einfängt.

Haben Sie sich in einem der sieben Typen wiedererkannt? 🙂


Bildquelle: Roman Samborskyi/Shutterstock