Projektmanagement-Methoden im Vergleich

Projekte stellen an Selbstständige hohe Anforderungen: Ein einmaliges Ziel muss innerhalb einer vorgegebenen Zeitspanne mit den verfügbaren personellen und finanziellen Mitteln realisiert werden. Um das Projekt umzusetzen, haben sich in der modernen Management-Theorie unterschiedlichste methodologische Ansätze herausgebildet.


Aus dem modernen Arbeitsalltag sind Begriffe wie Projekt und Projektmanagement längst nicht mehr weg zu denken. Und auch in diversen Stellenbeschreibungen, so beispielsweise beim Projektleiter, Projektassistent oder Projektmanager, ist diese Begrifflichkeit längst fest institutionalisiert. Wir stellen Ihnen die verschiedenen Methoden zum Projektmanagement und deren Anwendungsbereiche dar.

Was ist eigentlich ein Projekt?

Ehe man sich der Frage zuwendet, wie und mit welchen Methoden letztendlich ein Projekt gehandhabt wird, sollte man sich zunächst erst einmal Klarheit darüber verschaffen, was eigentlich ein Projekt ist. Hierbei geht es nämlich meist darum, ein definiertes und singuläres wirtschaftliches Ziel zu erreichen, wobei Zeitrahmen, personelle Ressourcen und natürlich auch die jeweils bereit gestellten finanziellen Mittel fix und daher budgetiert und beschränkt sind. Ein denkbares Projekt wäre beispielsweise die Erstellung einer neuen Internetpräsenz für ein Unternehmen innerhalb eines ganz exakt definierten Zeitrahmens, wofür ein disponibles Budget kalkuliert worden ist und wozu diverse Experten (Texter, Grafiker, Webdesigner etc.) eigens abgestellt worden sind.

Das Projekthandling

Um ein Projekt letztendlich zielführend zu handhaben, haben sich in der modernen Management-Theorie unterschiedlichste methodologische Ansätze herausgebildet, die in der Praxis umgesetzt werden und inzwischen zum festen Curriculum in jedem BWL-Studium gehören. Dies sind im Allgemeinen:

1. Die Projektstrukturplanung (kurz PSP)
Zunächst einmal gilt es, das gesamte Projekt zu strukturieren und gliedern. Und zwar in hierarchische und in operationalisierbare Projekteinheiten. Diese werden dann meist anhand eines Projektplanes visualisiert und auf einzelne Projektteilnehmer und einen zugehörigen aufgabenbezogenen Rahmen aufgeteilt. So erhält das gesamte Projekt eine gut erkennbare baukastenartige Struktur, innerhalb welcher funktionale Horizonte und personelle Verantwortlichkeiten ganz klar voneinander abgegrenzt werden können. Wer allerdings strikt nach To-Do-Listen und Ablaufplänen arbeitet, der wird sich mit einem Projektstrukturplan stets besonders schwer tun.

2. Die Nutzplantechnik
Auch die Netzplantechnik zergliedert das gesamte Projekt zunächst in hierarchische und operationalisierbare Einheiten, bleibt jedoch hierbei nicht stehen, sondern strukturiert das Projekt, indem es eine dynamische, nämlich eine zeitliche Dimension mit entsprechenden Deadlines für die einzelnen Teilaufgaben erhält.  Die Netzplantechnik illustriert damit nicht nur den hierarchischen Aufbau, sondern auch den zeitlichen Ablauf eines Projektes. Besonders bei Projekten, bei denen die Realisierung von Teilaufgaben an bestimmte Deadlines gebunden ist, hat sich die Netzplantechnik bewährt. Allerdings ist der Aufwand zur Erstellung eines detaillierten Netzplanes enorm, was das Verfahren für größere und komplexere Projekte ungeeignet erscheinen lässt.

3. Die Meilensteintrendanalyse
Hierbei werden einzelne Meilensteine als Teilaufgaben in einem Projekt definiert, wobei ein permanenter Soll-Ist-Abgleich zwischen den einzelnen Meilensteinen vorgenommen wird. Trends und Planabweichungen können dadurch früh erkannt werden.

4. Das Lean Project Management
Bei dieser Management-Form werden jene Aspekte und Teile eines Projektes favorisiert, welche jeweils für den Kunden den größten Wert und Nutzen schöpfen. Auf diese Weise wird jede Form von Verschwendung der verfügbaren Ressourcen im Projekt vermieden.

5. Das Kanban
Beim Kanban wird das gesamte Projekt inklusive aller Abläufe und Tätigkeiten per Karteikarten visualisiert. Über die Karten erfolgen Planung und Steuerung des Gesamtprojekts. Diese Methode ist übersichtlich, eignet sich allerdings nur für einfache Projekte.

Grundsätzlich gilt: Wer heutzutage ein Projekt aufsetzt, muss sich im Vorfeld Gedanken darüber machen, wie er es erfolgreich steuert und kontrolliert.


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