Raus aus der beruflichen Komfortzone

Alle reden vom Ausbruch, dabei kann es doch so schön in der Komfortzone sein. Warum Sie berufliche Routinen hinter sich lassen und Ihren Horizont erweitern sollten.

Seit Monaten gleicht ein Tag dem anderen und irgendwie haben Sie das Gefühl, nur noch auf der Stelle zu treten? Herausforderungen sind genauso zur Mangelware geworden wie die berufliche Weiterentwicklung, die Sie sich zum Beginn Ihrer Karriere so sehr gewünscht haben? Klarer Fall: Was Sie brauchen, sind neue Impulse. Wo es die gibt? Außerhalb Ihrer Komfortzone!

Komfortzone – Was ist das?

Zweifelsfrei ist „Komfortzone“ einer jener Trendbegriffe, die gerade überall auftauchen und alten Phänomenen neue Namen geben. Aber – und darauf kommt es letztlich an – der neue Name beschreibt das alte Phänomen sehr gut, denn der Begriff „Komfortzone“ ist gewissermaßen selbstredend.

Gemeint ist hiermit nämlich nichts anderes als ein Bereich, in dem man sich besonders wohlfühlt. Die persönliche Komfortzone kann sowohl ein physischer, klar abgegrenzter Raum als auch ein bestimmtes Verhaltensmuster sein. Die nachfolgenden Beispiele für Komfortzonen sollen verdeutlichen, was damit gemeint ist:

  • Die eigene Wohnung oder ein bestimmter Raum
  • bekannte Abläufe und Routinen (beispielsweise der immer gleiche Arbeitsweg)
  • der Lieblingsplatz in der Kantine
  • die gleichen oder sehr ähnliche Aufgaben
  • lieber im Hintergrund agieren und sich nicht in den Fokus der Aufmerksamkeit drängen

Die Liste könnte noch beliebig erweitert werden. Sie macht allerdings schon jetzt deutlich, dass jeder von uns etwas anderes unter der persönlichen Komfortzone versteht. Im Umkehrschluss bedeutet das, dass sie nicht eindeutig definiert werden kann – und auch gar nicht muss. Viel wichtiger ist, dass Sie selbst erkennen, was Ihre individuelle Komfortzone ist. Im nächsten Schritt können Sie dann nämlich herausfinden, wie es Ihnen gelingt, sie (hin und wieder) zu verlassen.

Warum wollen alle, dass ich meine Komfortzone verlasse?

Ehe wir Ihnen verraten, wie das Verlassen der Komfortzone funktioniert, soll an dieser Stelle erst noch einmal verdeutlicht werden, wozu das Ganze überhaupt gut ist. Oder anderes formuliert: Warum sollte man seine Komfortzone verlassen?

Wer sich immer nur in der eigenen Komfortzone aufhält, wählt den Weg des geringsten Widerstandes. Risiken und unbekannte Faktoren werden gemieden, stattdessen grüßt täglich als Murmeltier. Sie ahnen es sicherlich schon: Ein solches Lebensweg ist auf Dauer nicht nur ziemlich langweilig, sondern hält auch selten etwas Neues parat.

Indem Sie Ihre Komfortzone jedoch verlassen, erhalten Sie automatisch frischen Input. Dieser wiederum hilft Ihnen dabei, Ihren Horizont zu erweitern, neue Sichtweisen zu erlangen und sich weiterzuentwickeln. Außerdem bedeutet es, dass Sie sich neuen Herausforderungen stellen müssen und eventuell auch scheitern werden. Betrachten Sie das jedoch keinesfalls als Niederlage, sondern vielmehr als Lektion, aus der Sie wertvolles Wissen gewinnen.

Ganz einfach formuliert ist der Ausbruch aus der persönlichen Komfortzone die Grundvoraussetzung für eine dynamisch wachsende Karriere. Wer sprichwörtlich immer nur im eigenen Saft schmort, verpasst schnell den Anschluss in der rasanten und sich immer wieder verändernden Berufswelt.

Anstatt also immer die gleichen Wege zu gehen, sich mit den gleichen Menschen zu umgeben und sich mit den gleichen Themen zu befassen, sollten Sie sich in regelmäßigen Abständen für Neues und Unbekanntes öffnen – und dadurch Ihre Komfortzone verlassen.

Warum das Verlassen der Komfortzone so schwierig ist

Einfach mal so einen großen Schritt raus aus der Komfortzone machen? Leichter gesagt als getan. Verschiedene Ängste – beispielsweise vor dem Unbekannten, vor dem Versagen, vor der Zurückweisung und vor der Anstrengung – haben einen großen Einfluss auf uns und sorgen dafür, dass wir es uns in unserer Komfortzone noch bequemer machen.

Hier ist nichts, was wir nicht kennen, nichts, was uns überfordert oder in eine unangenehme Situation bringen könnte. Es gibt viele Gründe, die erklären, warum es so schwer ist, die berufliche Komfortzone zu verlassen.

Raus aus der beruflichen Komfortzone – So gelingt es

Wer sich dennoch der Herausforderung stellen will, sollte unbedingt die nachfolgenden Hinweise beachten:

  • Beginnen Sie klein und Stück für Stück – wer gleich ins kalte Wasser springt, ist schneller wieder in der Komfortzone, als ihm lieb ist
  • Suchen Sie sich eine Motivation beziehungsweise fassen Sie ein konkretes Ziel ins Auge
  • Feiern Sie regelmäßig kleine (Teil-)Erfolge
  • Verändern Sie bewusst Routinen
  • Bitten Sie Ihren Vorgesetzten um neue Aufgaben
  • Übernehmen Sie gezielt Verantwortung
  • Tun Sie etwas, was Ihnen Angst macht – zum Beispiel vor vielen Menschen reden oder den Chef um eine Gehaltserhöhung bitten
  • Brechen Sie auch Routinen im Hinblick auf Ihre Garderobe und gönnen Sie sich ein paar neue Kleidungsstücke

Ganz wichtig ist auch, sich nicht mehr hinter irgendwelchen Ausreden zu verstecken. Ein Ausbruch aus der eigenen Komfortzone klappt nur, wenn Sie aktiv werden und handeln.


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