Recruiting: 7 Tricks, um den perfekten Bewerber auszuwählen

Personalentscheidungen sind von großer Bedeutung für jedes Unternehmen – leider aber auch entsprechend schwierig. Wie also finden Sie den perfekten Bewerber?

Fachkräftemangel oder nicht: Recruiting ist stets eine komplexe Aufgabe mit großer Verantwortung. Denn bereits ein „fauler Apfel“ kann das Arbeitsklima im Unternehmen nachhaltig vergiften. Fehlentscheidungen bedeuten zudem meist hohe Folgekosten oder sogar wirtschaftliche Konsequenzen wie den Verlust von Kunden durch grobe Fehler. Gute Mitarbeiter zu finden – diese Aufgabe ist also ebenso essentiell wie schwierig und der fortschreitende Fachkräftemangel macht das Thema aktuell noch brisanter als je zuvor. Erfahrene Personalentscheider haben zwar bereits ihre individuellen Strategien entwickelt, um den „perfekten“ Bewerber herauszufiltern, doch kann ein wenig Inspiration gewiss nie schaden. Welche Tricks gibt es also, um passende von ungeeigneten Kandidaten zu unterscheiden?

Trick #1: Prüfen Sie die Motivation des Bewerbers

Die Entscheidung für oder gegen einen Kandidaten findet nach einer Vorauswahl in der Regel im Rahmen eines persönlichen Gespräches statt. Die Wahl der richtigen Fragen sowie die passgenaue Interpretation der Antworten des Bewerbers stellen also den Grundstein für die richtige Entscheidung dar. Ihr Fokus sollte als Personalentscheider im Vorstellungsgespräch auf der Motivation des Bewerbers liegen. Fragen Sie ihn, inwiefern er sich auf den Termin vorbereitet hat. Je mehr er über das Unternehmen, die Tätigkeitsfelder und vielleicht sogar über Sie als Person weiß, umso höher sind sein Interesse sowie seine Motivation.

Trick #2: Filtern Sie Narzissten heraus

Gerade auf Positionen mit Führungsverantwortung bewerben sich leider häufig Menschen mit narzisstischer Persönlichkeitsstörung. Diese sind nicht nur unangenehm im täglichen Umgang, sondern sie können in entsprechend exponierter Stellung ein Unternehmen sogar wirtschaftlich, finanziell und sozial ruinieren. Testen Sie potenzielle neue Mitarbeiter deshalb auf Narzissmus. Wählen Sie hierfür folgende simple Frage: „Nennen Sie mir eine Person aus Ihrem sozialen Umfeld, die Sie als Vorbild betiteln würden?!“. Während Narzissten sich gerne aufplustern und von berühmten Personen, dem CEO höchstpersönlich oder anderen Menschen, die hierarchisch über ihnen stehen, sprechen, wählen Menschen ohne narzisstische Anteile meist ganz normale Personen aus der Familie, dem Freundeskreis oder dem früheren Kollegium. Diese sind häufig auf gleicher oder sogar niedrigerer hierarchischer Ebene angesiedelt.

Trick #3: Lassen Sie den Bewerber aus dem Nähkästchen plaudern

Menschen, die sich erinnern, sind ehrlicher als jene, die fantasieren. Das bedeutet, dass Sie den Bewerber lieber aus der Vergangenheit erzählen lassen sollten, um ihn bestmöglich einzuschätzen, anstatt ihn nach der Zukunft zu fragen. Erkundigen Sie sich zum Beispiel danach, was den Bewerber in seiner vorherigen Anstellung motiviert beziehungsweise demotiviert hat. Daraus können Sie wertvolle Rückschlüsse ziehen, ob der Kandidat in Ihr Unternehmen passt oder nicht.

Trick #4: Fragen Sie nach konkreten Beispielen

Sinnvoll kann es zudem sein, möglichst detaillierte Erinnerungen des Bewerbers zu erfragen. Lassen Sie ihn beispielsweise von einem Problem schildern, welches er im vergangenen Jahr lösen musste. Fragen Sie, wie er diese Problematik angegangen ist, wen er um Hilfe gebeten hat und wie schlussendlich die Lösung aussah. Dies erlaubt Ihnen wichtige Erkenntnisse über die Soft Skills des Bewerbers.

Trick #5: Testen Sie die emotionale Intelligenz des Kandidaten

Soziale Fähigkeiten sind wichtig, um beispielsweise Konflikte zu vermeiden oder effektiv als Team zusammenarbeiten zu können. Auch hier empfiehlt sich der „Vergangenheitstrick“. Fragen Sie den Bewerber nach einem Konflikt in der Vergangenheit und wie er den Streit aus der Welt geräumt hat. Denn Konflikte lassen sich in keinem Unternehmen vermeiden, doch was Sie dringend brauchen, sind „konfliktfähige“ Mitarbeiter.

Trick #6: Fragen Sie nach den Erwartungen Ihres Gegenübers

Nun richten Sie den Fokus in die Zukunft und fragen konkret nach den Wünschen, Zielen und Erwartungen des Bewerbers. Was würde sich der Kandidat von seinem neuen Arbeitgeber wünschen? Schlussendlich muss nämlich nicht nur der Bewerber zum Unternehmen passen, sondern auch umgekehrt.

Trick #7: Unterziehen Sie den Bewerber einem Praxistest

In der Theorie kann ein Bewerber viel behaupten, doch am Ende muss er in der Praxis überzeugen. Wenn möglich, nutzen Sie daher die Möglichkeit zum Probearbeiten, zu einem Praktikum oder Assessment Center. Auch ein kurzer praktischer Test im Rahmen des Vorstellungsgesprächs kann Ihnen viel über die Arbeitsweise und Qualifikationen eines Bewerbers verraten. Lassen Sie also Taten sprechen statt Worte.


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