„Reingefallen!“: 5 verbreitete Karrierelügen – und ihre Klarstellung

Haben auch Sie grundlegende Überzeugungen, was Ihre Karriere fördern und was ihr stattdessen schaden könnte? Wir behaupten: Viele davon sind falsch!


Als Berufseinsteiger erhalten sie von Eltern, Freunden oder Professoren zahlreiche gut gemeinte Tipps, wie Sie Ihre Karriere am schnellsten vorantreiben können. So manche Überzeugung haben Sie vielleicht auch noch aus Kindheitstagen verinnerlicht, zum Beispiel „harte Arbeit wird belohnt“. Leider ist ein Großteil dieser Ratschläge absolut unbrauchbar – oder schlimmer noch sogar schädlich für Ihren hierarchischen Aufstieg im Unternehmen. Nehmen Sie daher nicht jeden Tipp, den Sie auf Ihrem Berufsweg erhalten, für bare Münze. Sie glauben uns nicht? Dann beweisen wir Ihnen heute, dass fünf der verbreitetsten Karriere-Mythen in Realität eine reine Lüge sind.

Top 5 Karrierelügen

1. „Harte Arbeit zahlt sich aus“

Natürlich müssen Sie im Berufsleben eine entsprechende Leistung bringen, um langfristig erfolgreich zu sein. Hin und wieder Überstunden zu schieben, gehört durchaus dazu, doch es ist nicht notwendig, dass Sie stets als Erster kommen und als Letzter gehen. Neueste Untersuchungen fanden jetzt nämlich heraus, dass genau zwei Kriterien wirklich wichtig für beruflichen Erfolg sind – und so viel sei verraten: Harte Arbeit gehört nicht dazu. Ausschlaggebend sind stattdessen Ihre Kontakte, das sogenannte „Vitamin B“, sowie Ihr Image. Nutzen Sie daher das nächste Mal die Zeit lieber, um an Ihrem Selbstmarketing zu feilen, anstatt drei Projekte Ihrer Kollegen zu übernehmen und bis um zehn Uhr nachts am Schreibtisch zu sitzen.

2. „Stress endet immer im Burnout“

Das bedeutet nun aber nicht, dass Sie sich ab sofort auf die faule Haut legen und jede Art von Stress kategorisch vermeiden sollten. Nur, weil Sie einen stressigen Tag oder auch einen stressigen Monat haben, werden Sie nicht direkt im Burnout landen. Stress kann stattdessen auch eine super Motivation sein und Sie zu Höchstleistungen anspornen. Es gilt nämlich, positiven von negativem Stress zu unterscheiden. Zudem können Sie eine Menge Stress problemlos „wegstecken“, wenn Sie auf der anderen Seite auch genügend Entspannungszeiträume und eine ausgewogene Work-Life-Balance als Ausgleich haben.

3. „Bloß nicht aus dem Rahmen fallen“

Konformität wird in den Führungsetagen großgeschrieben, heißt es. Wer nicht mit schwarzem Anzug und piekfeinen Lederschuhen aufkreuzt, wird irgendwann auch nicht weiter befördert. Das mag zwar auf der äußerlichen Ebene stimmen, doch zumindest, was die Persönlichkeit betrifft, ist Auffallen sogar das Mittel zum Zweck für eine steile Karriere. Denn wer in der Masse untergeht, wird auch bei Beförderungen in der Regel übersehen. Wer sich hingegen selbst zu vermarkten weiß, steigt häufig schnell auf. Damit wären wir wieder beim Stichwort „Image“, das bereits im Rahmen der ersten „Karrierelüge“ gefallen ist. Die Wahrheit heißt also: „Auffallen ist erwünscht – aber natürlich positiv“. 

4. „Karriere machen Sie nur in Großunternehmen“

Wenn Sie wirklich Karriere machen möchten, haben Sie in KMUs nichts verloren – haben Sie einen solchen Spruch auch schon öfter gehört? Zwar geht es in Großunternehmen tendenziell schneller und höher hinaus, doch werden Sie hier niemals etwas wie Freiheit oder Selbstbestimmung erleben. Die Strukturen sind starr, die Hierarchien erinnern an die Befehlsketten beim Militär und wer Schwäche zeigt, fällt häufig tiefer als erwartet. In kleineren und mittleren Betrieben haben Sie vielleicht nicht ganz so viele Mitarbeiter „unter sich“, doch werden Sie hier viel mehr Gestaltungsspielraum und Verantwortung erfahren als in einem Großunternehmen. Prinzipiell ist eine Karriere also in jeder Firma möglich – nur ihre Art und Weise unterscheidet sich. Zudem wissen Sie ja: Ausnahmen bestätigen die Regel!

5. „Mindestens ein Auslandsaufenthalt ist Pflicht“

Wer kann, geht heutzutage schon in der Schule für ein Jahr ins Ausland. Dann am besten noch einmal im Rahmen des Studiums und später im Job sowieso. Wer nicht im Ausland war, hat in der globalisierten Geschäftswelt ohnehin keine Chance mehr, lautet eine weit verbreitete Karrierelüge. Tatsächlich fanden aktuelle Erhebungen heraus, dass in den Führungsetagen der größten DAX-Unternehmen kaum jemand längerfristig im Ausland war – sprich länger als für eine Dienstreise. Ein Auslandsaufenthalt kann stattdessen sogar zum Nachteil für den Job werden. Viele „Rückkehrer“ haben interne Chancen und Veränderungen verpasst und stagnieren anschließend in ihrer Karriere, während ihre „auslandsscheuen“ Kolleginnen und Kollegen langsam an ihnen vorbei befördert werden. Präsenz ist schließlich das A und O – wobei wir erneut beim Stichwort „Image“ angekommen wären.

Teilen Sie die Meinung, dass das Image und „Vitamin B“ eines Menschen viel wichtiger für seine Karriere sind als die genannten Mythen? Und welche weiteren verbreiteten Karrierelügen kennen Sie? Wir freuen uns auf Ihre Beiträge zum Thema in den Kommentaren!


Bildquelle: g-stockstudio/Shutterstock