Rivalität im Job: Wie geht man richtig mit beruflichen Kontrahenten um?

Im Büro herrscht immer eitel Sonnenschein? Mitnichten! Unterschwellige und teils sogar offen ausgetragene Rivalitäten im Job sind definitiv keine Seltenheit.

Die meisten Menschen haben eine klare Einstellung, wenn es um die Beziehung zu ihren Kollegen geht: Bloß nicht anecken, bloß keinen Streit vom Zaun brechen, bloß keine Feinde machen. Ob dies immer die richtige Strategie ist, sei einmal dahingestellt. Sicher ist jedoch, dass jeder früher oder später mal einen beruflichen Kontrahenten hat. Obwohl eine solche Rivalität schnell für dicke Luft im Büro sorgt, kann sie sich auch positiv auf Ihre Karriere auswirken. Warum? Das verraten wir Ihnen in diesem Beitrag.

Wann kann man von einer Rivalität unter Kollegen sprechen?

Meinungsverschiedenheiten, Diskussionen, Einwände – das alles ist in deutschen Büros durchaus an der Tagesordnung und kann nicht automatisch als Rivalität bezeichnet werden. Wenn Sie der Meinung sind, einen beruflichen Kontrahenten oder gar Feind zu haben, dann sollten auf diese Person die nachfolgenden Aussagen zutreffen:

  • Der Kollege widerspricht Ihnen grundsätzlich (und das häufig ohne Begründung)
  • Der Kollege versucht stets, sich in einem besseren Licht darzustellen als Sie
  • Der Kollege vergleicht ständig seine Leistungen mit Ihren
  • Der Kollege ist stets auf seinen eigenen Vorteil bedacht – auch wenn das für Sie Nachteile bedeutet
  • Der Kollege redet hinter Ihrem Rücken schlecht über Sie

Hinweis: Wenn hier die Rede von „Der Kollege“ ist, schließt das selbstverständlich auch weibliche Personen ein.

Nicht immer nachgeben

Wenn Sie der Meinung sind, einen Feind im Büro zu haben, dann können Sie sich glücklich schätzen. Es bedeutet nämlich, dass Sie ein Mensch mit Rückgrat sind, der nicht immer nachgibt und zu allem „ja“ und „Amen“ sagt. Feinde macht sich nur der, der auch mal dagegenhält, widerspricht und sich für einen Standpunkt stark macht. Oder mit anderen Worten: Kontrahenten im Büro zeugen davon, dass Sie einen starken Charakter haben und ganz genau wissen, was Sie wollen.

Das war die gute Nachricht. Die schlechte lautet: Wenn Sie eine Rivalität im Büro einfach hinnehmen und ignorieren, wird sich die Situation mehr und mehr zuspitzen. Nicht selten leiden dann nicht nur Sie, sondern auch andere Kollegen unter den Anfeindungen. Es ist also empfehlenswert, zu versuchen, den Streit beizulegen und den Kontrahenten zu einem Verbündeten zu machen. Aber wie kann das funktionieren?

Der richtige Umgang mit beruflichen Kontrahenten

Um eines von Anfang an klarzustellen: Indem Sie alles gutheißen, was Ihr Kontrahent sagt und tut, stimmen Sie ihn (oder sie) zwar milde, doch die Rivalität ist damit nicht aus der Welt geschafft. Damit aus Feinden Freunde werden (oder zumindest zwei Personen, die sich gegenseitig akzeptieren und unterstützen), ist vor allem eines wichtig: Eine offene Kommunikation auf Augenhöhe.

Vergessen Sie außerdem nie den Respekt beim Umgang miteinander. Es ist okay, einer anderen Person zu widersprechen – wenn man ihr trotzdem höflich und mit Wertschätzung begegnet.

Wenn Sie das Gefühl haben, von Ihrem Kontrahenten schlichtweg unfair behandelt zu werden (beispielsweise weil dieser Lügen über Sie verbreitet), ist es durchaus legitim, das Thema offen und direkt im Team anzusprechen. Denken Sie aber auch hier an Ihre gute Kinderstube und werden Sie nicht ausfällig.

Ein Gespräch mit dem Vorgesetzten sollte stets der letzte Ausweg sein. Diskrepanzen zwischen Kollegen sollten nach Möglichkeit immer untereinander aus der Welt geschafft werden.

Warum Rivalitäten förderlich für Ihre Karriere sein können

Abschließend noch eine – zugegeben – etwas provokante Aussage: Wenn die Rivalität eher einem Wettkampf gleicht und nicht das allgemeine Klima im Büro gefährdet, müssen Sie sie nicht zwangsläufig aus der Welt schaffen. Hierfür gibt es ein paar wirklich gute Gründe:

  • Ein Rivale wird Sie nie anlügen: Sie haben einen Fehler gemacht? Dann seien Sie sich sicher, dass Ihr Rivale Sie darauf hinweisen wird. Das kann zwar wehtun, ist aber auch immer extrem hilfreich. Aus Fehlern lernt man schließlich.
  • Ein Rivale fordert Sie heraus: Falls Ihnen der Antrieb im Job fehlt und Sie seit geraumer Zeit das Gefühl haben, sich nicht weiterzuentwickeln, dann sollten Sie sich schleunigst einen Kontrahenten „zulegen“. Eine Büro-Rivalität eignet sich hervorragend, um sich gegenseitig zu Höchstleistungen anzuspornen – schließlich will der eine immer besser als der andere sein.
  • Ein Rivale härtet Sie ab: Schon wieder Gegenwind vom Erzfeind? Sehr gut, dann können Sie an Ihrem Durchsetzungsvermögen arbeiten. Eine Rivalität im Büro ist vor allem dann eine gute Karriere-Lektion, wenn Sie bisher immer mit dem Strom geschwommen sind und sich nie einem Standpunkt widersetzt haben.

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