Säumige Chefs: Wenn der Lohn zu spät kommt

Es ist Mitte des Monats und Ihr Lohn lässt immer noch auf sich warten? Das ist nicht nur ärgerlich, sondern kostet Sie auch Geld. Seit diesem Jahr können Arbeitnehmer einen pauschalen Schadensersatz vom Arbeitgeber fordern. 


Miete, Telefon und Versicherungen müssen pünktlich zu Monatsbeginn bezahlt werden, doch das eigene Gehalt ist noch nicht auf dem Konto? Während bisher Arbeitnehmer bei verspäteter Lohnzahlung meist nur Verzugszinsen in Höhe von fünf Prozent geltend machen konnten, haben seit 1. Juli 2016 alle Arbeitnehmer Anspruch auf Schadensersatz. Nach § 288 BGB können Arbeitnehmer eine Pauschale von 40 Euro fordern, wenn der Arbeitgeber mit der Zahlung des Lohns in Verzug ist – egal, ob Ihnen durch die verspätete Zahlung ein Schaden entstanden ist oder nicht.

Verspätete Lohnzahlung: Darauf müssen Sie achten

Die Schadensersatzzahlung gibt es jedoch nicht automatisch. Sie müssen diese einfordern und das am besten schriftlich. Voraussetzung ist außerdem, dass der Lohn am Stichtag noch nicht vom Konto des Arbeitgebers abgebucht worden ist. Ist dies jedoch der Fall und die Zahlung ist lediglich noch nicht beim Arbeitnehmer eingetroffen, trifft den Arbeitgeber keine Schuld und gerät nicht in Verzug. Zudem darf im Voraus keine Ankündigung einer verspäteten Zahlung erfolgt sein. Informiert der Arbeitgeber darüber, dass sich die Lohnzahlung verspäten wird, hat er den Verzug um „einen angemessenen Zeitraum“ abgewendet . Zudem gilt die Reglung ausschließlich für die verspätete Lohnzahlung. Andere Zahlungen, etwa wenn noch eine Rückerstattung der Reisekosten besteht, sind nicht inbegriffen.


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