„Schein oder Sein“? Mehr Erfolg im Job durch Körpersprache

Die nonverbale Kommunikation spielt im Umgang mit Mitmenschen, gerade auch im Job, eine wesentliche Rolle. Wer sich bewusst macht, wie Gestik und Mimik wirken, und lernt, die eigene Körpersprache gezielt einzusetzen, kann den Arbeitsalltag besser bewältigen.


Forschungen haben längst bewiesen, dass sich 60 bis 90 Prozent unserer Kommunikation auf der nonverbalen Ebene abspielen. Wie wir unsere Körpersprache verwenden, ist daher extrem wichtig. Die nonverbale Kommunikation spielt zudem eine große Rolle, wenn es um den ersten Eindruck geht – und dieser ist es, der bekanntermaßen zählt, auch in der Berufswelt: Innerhalb der ersten Sekunden oder Minuten entscheiden wir, ob wir unserem Gegenüber vertrauen können und mit ihm zusammenarbeiten wollen. Umso wichtiger ist es, sich mit dem Thema Körpersprache zu beschäftigen und darauf zu achten, wie man anderen gegenüber auftritt – egal, ob im Vorstellungsgespräch, bei Verhandlungen, im Kontakt mit den Kunden oder einfach beim Smalltalk.

Verschiedene Ansichten über die Wirkung von Körpersprache

Dabei bestehen beim Thema Körpersprache zwei Lager: Die eine Seite erklärt den Hype um Körpersprache und Gestik für übertrieben und ist der Ansicht, dass die natürliche Körpersprache genügt und die Wirkung und auch Bedeutung von Mimik und Gestik überschätzt wird – die andere Seite bezeichnet die Körpersprache als das wesentlichste Element der individuellen Wirkung und stellt (beruflichen) Erfolg in direkten Zusammenhang mit einer überzeugenden Körpersprache.

Egal, welcher Meinung Sie sind, es lässt sich einfach nicht leugnen, dass Körpersprache mitunter mehr als Körpersprache wirkt oder wie es der Kommunikationswissenschaftler Paul Watzlawick sagt: Man kann nicht nicht kommunizieren. 

Schein oder Sein?

So haben Gesten, Mimik und die Körperhaltung immer eine Aussage – selbst, wenn man schweigt. Alleine aus diesem Grund sollten Sie über die Rolle der Körpersprache nachdenken und sich bewusst machen, dass Ihre Gestik, Mimik und Haltung eine große Macht ausüben können und beeinflussen, wie Sie auf andere wirken. Doch eines vorweg: Nur, wenn Ihre nonverbalen Signale zu Ihren Aussagen passen, ergibt sich ein stimmiges Bild und dadurch erhöhen sich Ihre Glaubwürdigkeit und Authentizität. Folgende Tipps zur Körpersprache helfen Ihnen dabei, im Job glaubwürdig aufzutreten und Geschäftsbeziehungen erfolgreich zu vertiefen.

Eine positive Körperhaltung einnehmen:

  • Halten Sie den Rücken gerade, aber nicht zu starr, lockern Sie Ihre Schultern, um nicht angespannt zu wirken. Eine aufrechte, gerade Haltung ist wichtig für eine positive Ausstrahlung.
  • Wenden Sie sich Ihrem Gegenüber zu, damit zeigen Sie Interesse an Ihrem Gesprächspartner.
  • Schlagen Sie Ihre Beine nicht übereinander, dadurch wirken Sie entspannter. Außerdem belegen Forschungen, dass man mehr Informationen behält, wenn man die Beine nicht überkreuzt.
  • Lehnen Sie sich ein wenig nach vorne, um zu zeigen, dass Sie wirklich zuhören.
  • Wer die Körpersprache seines Gegenübers spiegelt, zeigt sein Einverständnis und Sympathie.

Arme und Beine positiv einsetzen:

  • Lassen Sie die Arme entspannt an der Seite, dadurch wirken Sie offen. Verschränken Sie sie niemals, das wirkt einerseits abwehrend und distanzierend, andererseits verhindert dies auch, dass Sie Informationen vollständig aufnehmen.
  • Unterstreichen Sie Gesagtes mit lockerer Gestik, das wirkt glaubwürdig und unterstützt erwiesenermaßen Ihre Denkprozesse. Vorsicht: Große Gesten haben im Beruf oder in Verhandlungen aber nichts zu suchen. Wenn Sie Aussagen mit nachdrücklichen Gesten unterstützen, wirkt das lächerlich und wenig glaubwürdig.
  • Achten Sie beim Händeschütteln darauf, dass Ihr Händedruck nicht zu schlaff, sondern angenehm fest ist. Vor allem als Frau erzielen Sie mit einem festen Handschlag hohe Sympathiewerte!
  • Fassen Sie sich nicht an die Nase und vermeiden Sie Gesten, bei welchen zwei Finger zur Nasenwurzel greifen oder die Hände über das Gesicht oder den Nacken reiben. Dies sind deutliche Anzeichen von Stress, Druck oder Frust – und die haben bei wichtigen Jobgesprächen nichts verloren.

Kopfhaltung und Mimik berücksichtigen:

  • Mit einem Nicken an der richtigen Stelle und einem authentischen Lächeln zeigen Sie Ihrem Gegenüber, dass Sie es verstehen und aufmerksam zuhören.
  • Ein Lachen, wenn es passt, hellt die Stimmung immer auf und beweist, dass Sie zuhören.
  • Halten Sie Blickkontakt – vor allem, wenn Ihr Gegenüber spricht und brechen Sie diesen nicht ab, wenn Sie etwas äußern. Doch Achtung: Pausenloser Augenkontakt wirkt schnell wie Starren und aus Aufmerksamkeit wird eine unangenehme Fixierung, was entweder als aggressiv oder seltsam wahrgenommen wird.
  • Achten Sie auf Ihr Verhalten in Bezug auf Blinzeln. Schnelles Blinzeln kann kommunizieren, dass Sie sich im Gespräch unwohl fühlen.
  • Spiegeln Sie die Mimik Ihres Gegenübers, das zeigt ebenso, dass Sie mit dem Gesagten einverstanden sind, als auch, dass Sie Ihren Gesprächspartner wirklich mögen.

Ist Ihnen die enorme Macht und Wirkung der Körpersprache bewusst? Nutzen Sie bereits Ihr Wissen um Gestik, Mimik und Körperhaltung oder zählen Sie zu jenen, die den Hype rund um dieses Thema für übertrieben halten? Wir freuen uns darauf, Ihre Meinung in den Kommentaren zu erfahren!


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