Selbstmotivation: Wie motiviere ich mich als Führungskraft?

Viele Führungskräfte fühlen sich früher oder später unter Druck – von oben und von unten. Schnell geht dabei die Motivation flöten. Wie finden Sie diese wieder?

Eine Führungsposition ist wie ein Sandwich: Die Mitarbeiter üben Druck von unten aus und haben gewisse Wünsche, Bedürfnisse und Erwartungen an Sie. Zum Beispiel, dass Sie bei Konflikten ein offenes Ohr haben oder ihnen als Spezialist bei einem Projekt führend zur Seite stehen. Gleichzeitig üben aber auch Ihre Vorgesetzten von oben Druck aus. Sie müssen eine definierte Leistung erbringen, strenge „Kennzahlen“ erfüllen und dabei auch noch jeden wichtigen Geschäftstermin mit einem strahlenden Lächeln und perfekt vorbereitet wahrnehmen. So oder so ähnlich können die verschiedenen Erwartungen an eine Führungskraft aussehen. Das Problem an der Sache ist: Schlussendlich sind auch Sie „nur“ ein Mensch. Sie haben bessere und schlechtere Tage. Sie haben Ängste und Bedürfnisse. Und manchmal haben Sie eben Motivation, manchmal aber nicht. Für viele Arbeitnehmer ist der Traum von einer Führungsposition Motivation genug, um im Berufsalltag ihr Bestes zu geben. Doch kaum haben sie ihr Ziel erreicht, sieht die Realität häufig doch nicht so rosig aus wie ihre Vorstellung oder sie sind schlichtweg vom bisherigen anstrengenden Weg bis zu Ihrem Ziel erschöpft. Es kann viele Gründe geben, weshalb plötzlich die Motivation sinkt – eine Seltenheit ist dieses Phänomen auf jeden Fall nicht.

Wer motiviert eigentlich eine Führungskraft?

Einen Mitarbeiter zu motivieren, das ist in der Regel die Aufgabe einer Führungskraft. Es gibt sogar spezielle Seminare, in welchen die Teamleiter, Abteilungsleiter & Co lernen, welche Methoden sie zur Motivation ihrer Mitarbeiter und damit zur Steigerung derer Effizienz einsetzen können. Bei dem einen zieht eher die Aussicht auf eine Belohnung, bei dem anderen die Androhung einer Bestrafung. Wieder andere suchen einen Sinn in ihrer Tätigkeit und beim Letzten bleiben vielleicht alle Versuche erfolglos. Klingt nach Manipulation? Ist es irgendwie auch! Ihr Problem als Führungskraft ist nun, dass niemand mehr dafür zuständig ist, Sie zu manipulieren. Wenn die Motivation sich also verabschiedet hat, sind Sie selbst dafür verantwortlich, diese wiederzufinden. Sie müssen sozusagen lernen, sich selbst zu motivieren. Das Stichwort Selbstmotivation ist übrigens auch für Menschen ohne Führungsposition in vielen Lebensbereichen relevant. Lassen Sie uns deshalb an dieser Stelle einen Blick auf verschiedene Strategien zur Selbstmotivation werfen – auch, aber nicht nur, für Führungskräfte:

  • Verbessern Sie die Betriebsatmosphäre: Ein gutes Klima am Arbeitsplatz sowie nette Kolleginnen und Kollegen sind für viele Erwerbstätige ein wichtiger Faktor für Zufriedenheit und Motivation im Beruf. Die gute Nachricht ist: Als Führungskraft haben Sie die Unternehmenskultur zu einem großen Teil selbst in der Hand. Etablieren Sie eine Atmosphäre der Wertschätzung sowie von Höflichkeit und Respekt. Nur, wenn Sie solche Tugenden Ihren Mitarbeitenden entgegenbringen, können Sie diese auch im Gegenzug erwarten. Ein nettes Gespräch zwischendurch, ein ernstgemeintes Kompliment oder ein ehrliches Lob – solch kleine Gesten können bereits einen großen Unterschied machen und Sie jeden Tag freudig ins Büro gehen lassen.
  • Gehen Sie in die Selbstreflexion: Lernen Sie sich selbst besser kennen und finden Sie heraus, weshalb Ihre Motivation plötzlich weg ist. Was hat Sie früher motiviert, das nun nicht mehr da ist oder warum übt es nicht mehr denselben Reiz auf Sie aus? Welche Faktoren beeinflussen Ihre Motivation nachteilig und was können Sie dagegen tun? Was könnte Sie in Zukunft motivieren? Haben Sie zum Beispiel das Gefühl, durch Ihre Arbeit die Welt zu einem besseren Ort zu machen? Oder würde Sie die Aussicht auf eine Gehaltserhöhung motivieren? Wie sieht es mit der Option auf einen neuen Tätigkeitsbereich aus? Drehen Sie so lange an den verschiedenen Stellschrauben, bis eine für Sie stimmige Zukunftsvision entsteht – dann wird diese auch Ihre Motivation wieder wecken.
  • Versuchen Sie sich in Visualisierung: Haben Sie neue Ziele gefunden, welche Sie motivieren, so probieren Sie es mit Visualisierung. Nehmen Sie sich jeden Tag zehn Minuten Zeit, in welchen Sie sich einen ruhigen Ort suchen – das heimische Sofa zum Beispiel – und die Augen schließen. Stellen Sie sich das Leben, welches Sie sich in Zukunft wünschen und welches Sie dazu motiviert, jeden Tag zur Arbeit zu gehen, so realistisch wie möglich vor. Schmücken Sie Ihre Gedankenbilder detailliert aus und spüren Sie in sich hinein, wie sich dieses Leben anfühlen würde. Visualisierung ist zum Beispiel unter Leistungssportlern ein nicht zu verachtender Erfolgsfaktor. Wieso also sollte er bei Ihnen nicht auch funktionieren?
  • Finden Sie einen Ausgleich: Zuletzt brauchen Sie eine ausgewogene Work-Life-Balance, ansonsten wird auf lange Sicht nicht nur Ihre Motivation leiden, sondern auch Ihre Gesundheit. Tauschen Sie sich regelmäßig mit anderen Personen aus. Suchen Sie sich Hobbys. Verbringen Sie Zeit mit Ihrer Familie. Sollten Sie einmal wirklich ein Motivationsloch haben, gehen Sie am besten für ein paar Tage bis Wochen in den Urlaub – wenn möglich. Sie werden sehen: Es gibt kein besseres Heilmittel für eine solche Motivationsflaute!

Welche weiteren Tipps zur Selbstmotivation kennen Sie? Vielen Dank für Ihre Kommentare!


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