Selbsttest: Haben Sie das Zeug zur Führungskraft?

Viele Arbeitnehmer träumen davon, irgendwann eine Position mit Führungsverantwortung zu übernehmen. Doch nicht jeder Angestellte ist auch zur Führungskraft geeignet. Wie sieht es mit Ihnen aus? Machen Sie den kurzen Selbsttest!


Sie können in Ihrem Fachgebiet ein absolutes Ass und dennoch nicht als Führungskraft geeignet sein. Denn um ein Team zu leiten und Menschen zu motivieren, brauchen Sie andere Fähigkeiten als für Höchstleistungen auf der Sachebene. An dieser Stelle sind vor allem Soft Skills und soziale Kompetenzen gefragt. Bevor Sie sich auf eine Führungsposition bewerben oder ein solches Angebot annehmen, sollten Sie sich deshalb die ehrliche Frage stellen, ob Sie überhaupt das Zeug zur Führungskraft haben. Ihnen sollte zudem bewusst sein, dass sich die Arbeit als Führungsperson grundlegend anders gestaltet als jene in Ihrem bisherigen Fachbereich. Sie werden plötzlich weniger an „Dingen“ arbeiten und dafür mehr mit „Menschen“. Ihre Hauptaufgabe ist nicht mehr das Projekt, die Technik & Co selbst, sondern die Organisation, Motivation und Kontrolle des gesamten Prozesses vor allem auf der menschlichen Ebene. Seien Sie also ehrlich zu sich selbst: Möchten und können Sie eine Führungskraft werden?

Beantworten Sie diese Fragen…

…schonungslos ehrlich und Sie werden einen ersten brauchbaren Anhaltspunkt dafür haben, ob Sie überhaupt zur Führungskraft geeignet sind beziehungsweise an welchen Soft Skills oder (sozialen) Kompetenzen Sie noch arbeiten müssten, wenn Sie dennoch eine Position mit Führungsverantwortung anstreben:

  • Sind Sie bereit, sich mehr den organisatorischen und menschlichen Belangen zu widmen, anstatt dem fachlichen Arbeitsbereich?
  • Sind Sie sich bewusst, dass Sie als Führungskraft mehr im Mittelpunkt stehen und damit auch einem erhöhten Druck sowie Kritik ausgesetzt sein werden? Denken Sie, dass Sie mit diesem zusätzlichen Stress umgehen können?
  • Verfügen Sie über ein ausreichend hohes Maß an Zielstrebigkeit, um Ihre Ziele sowie die des gesamten Teams auch entgegen aller Hindernisse zu verfolgen? Schließlich müssen Sie als Führungskraft auch dafür geradestehen, wenn Zielvorgaben nicht (vollständig) erreicht werden.
  • Haben Sie Ihre Emotionen unter Kontrolle? Die zwischenmenschliche Arbeit ist der wichtigste Aspekt für Führungskräfte. Sie benötigen ein hohes Maß an Selbstreflexion, Selbstkontrolle, Objektivität, Empathie und Fähigkeit zur Konfliktlösung. Wenn Sie zu cholerischen Wutausbrüchen, Nervenzusammenbrüchen oder schlichtweg zu Konflikten mit anderen Menschen neigen, sind Sie als Führungskraft zumindest momentan noch nicht geeignet. Sie sollten dann an Ihren emotionalen Kompetenzen und Soft Skills arbeiten und es eventuell zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal probieren.
  • Würden Sie sich selbst als Vorbild bezeichnen? Denn als Führungspersönlichkeit gehen Sie automatisch in die Rolle einer Leitfigur. Sie sind es, an wem sich Angestellte hinsichtlich ihres Verhaltens, ihrer Werte, der Arbeitsmoral sowie in schwierigen Zeiten orientieren. Gerade in letzterem Fall ist es wichtig, dass Sie Stärke und Durchhaltevermögen beweisen und Ihre Angestellten auch motivieren können, wenn einmal nicht „strahlender Sonnenschein“ herrscht.
  • Trauen Sie sich zu, die Arbeitsatmosphäre im Team zu verbessern? Als Führungskraft haben Sie nämlich großen Einfluss darauf, ob sich Ihre Mitarbeiter am Arbeitsplatz wohlfühlen. Grobe Fehler können zu erhöhten Krankenständen oder einer gesteigerten Mitarbeiterfluktuation führen, für welche Sie sich schlussendlich bei Ihren Vorgesetzten rechtfertigen müssen. Sie sollten deshalb über ein feines Gespür für die Atmosphäre im Team verfügen sowie über die richtigen Mittel und Wege, um das Arbeitsklima nachhaltig zu verbessern.
  • Sind Ihnen andere Führungskräfte sympathisch? Denn an Networking kommen Sie in einer Führungsposition nicht vorbei. Sie müssen in entsprechenden Meetings, auf Messen oder Veranstaltungen mit anderen Führungskräften teilnehmen und gut mit diesen auskommen. Wenn Ihnen all die „Anzugträger“ von Vornherein unsympathisch sind und Sie sich in deren Gesellschaft jedes Mal unwohl fühlen, sind Sie als Führungskraft fehl am Platz.
  • Verfügen Sie über Risikobereitschaft? Zwar tragen Sie als Führungskraft nicht dieselbe Verantwortung wie ein Unternehmer, gehen aber durchaus das Risiko ein, für Fehler des Teams oder unerreichte Ziele „büßen“ zu müssen – schlimmstenfalls mit einer Kündigung. Je nach Position dürfen Sie in diesem Fall zwar zumindest mit einer saftigen Abfindung rechnen, dennoch ist dieses „Spiel mit dem Feuer“ nicht für jeden das Richtige.

Wenn Sie diese Fragen ins Zweifeln gebracht haben, sollten Sie lieber noch mit der Führungsposition warten. Vielleicht sind Sie noch nicht bereit oder schlichtweg nicht der „Typ“ dafür. Das bedeutet noch lange nicht, dass Sie sich Ihr Leben lang mit einer Sachbearbeiterposition zufriedengeben müssen. Erwägen Sie doch den Sprung in die Selbstständigkeit, eine Weiterbildung oder interne Versetzung. Es gibt schließlich noch zahlreiche weitere Möglichkeiten der beruflichen Veränderung oder Weiterentwicklung abseits der Führungsposition.

Oder was denken Sie? Ist die Führungsposition das „einzig Wahre“? Welche Soft Skills benötigen Führungskräfte? Weshalb haben Sie sich selbst für oder gegen diese Position entschieden?


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