So nutzen Sie das Geschwisterpaar „Coworking“ und „Networking“

Die richtigen „Connections“ sind im Beruf bekanntlich das A und O für eine steile Karriere. Wer erfolgreich sein möchte, sollte Networking deshalb großschreiben. Doch wie hängt Networking eigentlich mit Coworking zusammen? 


Zahlreiche und vor allem die richtigen Kontakte können Ihrer Karriere den nötigen Aufschwung geben. Sie sollten deshalb nicht an Zeit und Energie sparen, wenn es um das Networking geht. Hierfür können Sie einerseits auf traditionelle Methoden zurückgreifen. Der Besuch von Messen, Kongressen oder Seminaren ist zugleich eine willkommene Möglichkeit zur Weiterbildung sowie zum Austausch mit anderen Fachkräften aus Ihrer oder auch einer fremden Branche. Dank der Digitalisierung gibt es mittlerweile aber auch immer mehr neue Alternativen für ein effektives Networking. Karrierenetzwerke wie Xing oder LinkedIn gehören dazu, doch auch das sogenannte Coworking.

Definition: Was bedeutet „Coworking“?

Coworking bedeutet prinzipiell nichts anderes als „zusammenarbeiten“. Dennoch wird es zu den sogenannten „neuen Arbeitsformen“ gezählt, welche vor allem aufgrund der rasanten Entwicklung der „Remote Work“ entstand. Vor allem Freelancer und digitale Nomaden, doch auch immer mehr Kreative sowie ganze Startups, arbeiten dabei in denselben Räumen – den sogenannten „Coworking Spaces“ zusammen. In der Regel ist die Anmietung eines Platzes im Großraumbüro möglich oder jene eines eigenen Raumes. So oder so profitieren alle „Coworker“ auf vielerlei Art und Weise von diesem Modell:

  • Unverbindliche und meist tageweise Anmietung der benötigten Räumlichkeiten
  • Finanzielle Flexibilität
  • Austausch mit brancheninternen und branchenfremden Freelancern, Kreativen, Startups & Co
  • Möglichkeit zu gemeinsamen Projekten
  • Zugriff auf digitale Infrastruktur mit Drucker, Scanner, WLAN, Fax, etc.
  • Je nach Coworking Space Bereitstellung von Meeting- und Tagungsräumen
  • Und und und…

In einem Coworking Space können alle Beteiligten also einerseits alleine an ihrem Schreibtisch oder im Einzelbüro ungestört arbeiten, Kunden empfangen oder Besprechungen abhalten. Andererseits steht jedoch auch der Austausch mit den anderen „Coworkern“ im Vordergrund. Diese können einfach die Mittagspause zusammen verbringen oder sich sogar aktiv gegenseitig unterstützen. Gemeinsame Projekte sind ebenso denkbar wir ein „Lehrer-Schüler-Modell“, beispielsweise zwischen einem erfahrenen Freiberufler und einem Existenzgründer. Eine weitere Variante wäre ein lockerer Zusammenschluss zwischen den Freelancern. So könnten zwei Kreative, beispielsweise Webdesigner, die gegenseitige Urlaubs- sowie Krankheitsvertretung übernehmen, bei einer Überbuchung die Aufträge untereinander abgeben und dadurch neue Kunden akquirieren oder gemeinsam Aufgaben wie beispielsweise die Buchhaltung outsourcen und dadurch Kosten sparen. Auch kollektive Veranstaltungen wie Workshops können in Coworking-Spaces in Angriff genommen werden. Die Vorteile des Coworkings sind also zahlreich und hängen unmittelbar mit dem Networking-Ansatz zusammen.

Die fünf Leitwerte im Coworking

Unabhängig vom jeweiligen Coworking-Space stehen beim Coworking stets diese fünf Leitwerte im Vordergrund:

  1. Offenheit
  2. Gemeinschaft
  3. Nachhaltigkeit
  4. Kollaboration
  5. Zugänglichkeit

Entwickelt hat sich das Konzept im Jahr 2013 in den USA. Aufgrund der Digitalisierung gab es zunehmend Freelancer sowie auch einige Angestellte, die „remote“ und damit ortsunabhängig arbeiteten. Sie benötigten nicht mehr als einen Laptop, WLAN sowie moderne Kommunikationsmittel wie Skype oder ein Smartphone, um mit ihren Kunden beziehungsweise Arbeitgebern in Kontakt zu treten und ihre Arbeit zu verrichten. Nach und nach schwappt diese Entwicklung nun auch nach Deutschland über. Diese Arbeitsweise bringt natürlich zahlreiche Vorteile mit sich, wie zeitliche und örtliche Unabhängigkeit, leider aber auch einen großen Nachteil: Die „Remote Worker“ arbeiten in der Regel alleine, zum Beispiel in den eigenen vier Wänden oder in einem Café. Das Networking ist nur über digitale Kanäle möglich.

Wie also können Sie Coworking und Networking kombinieren?

Als Freiberufler macht das Konzept „Coworking“ für das Networking also Sinn. Wer jedoch in einem Angestelltenverhältnis „remote“ arbeitet, kommt bislang nur selten auf die Idee der Nutzung eines Coworking-Spaces. Auch Startups greifen in Deutschland noch nicht allzu häufig zu dieser kostengünstigen und flexiblen Lösung für ihre Büroräumlichkeiten. Dabei bringt das Konzept eigentlich für jeden Vorteile: Freelancer, Angestellte, Startups, Kreative und sogar Unternehmen, welche ihre Mitarbeiter gezielt tageweise zum Networking in ein Coworking-Space senden könnten.

Oder was denken Sie? Können Sie als Selbstständiger, Arbeitnehmer oder Arbeitgeber die Arbeit in einem Coworking-Space vorstellen? Wieso (nicht)? Welche positiven oder negativen Erfahrungen haben Sie vielleicht bereits mit dem Coworking in Bezug auf das Networking gemacht?


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