So reduzieren Sie Überstunden

Überstunden kommen in vielen Unternehmen regelmäßig vor. Wenn die Belastung für den Einzelnen zu groß wird, sollten Überstunden durch gezielte Maßnahmen reduziert werden.


Für viele Selbstständige und Arbeitnehmer sind Überstunden Alltag. Oftmals wird morgens etwas früher angefangen oder am Abend geht es verspätet nach Hause. Wieder andere schalten überhaupt nicht vom Job ab und sind noch in der Freizeit erreichbar. Ob zu viele Überstunden tatsächlich effektiv sind und zu mehr zur Produktivität beitragen, ist jedoch umstritten. Auf der anderen Seite ist zu beachten, dass der Gesetzgeber auch klare Grenzen für Mehrarbeit festgelegt hat. Wer sich nicht daran hält, kann seinen Arbeitgeber in Schwierigkeiten bringen. Nicht zuletzt können regelmäßige Überstunden auch negative Auswirkungen auf die Gesundheit und die Leistungsfähigkeit haben. Aus diesen Gründen ist es oftmals angeraten, die Überstunden zu reduzieren.

Häufige Gründe für Überstunden

Bevor sich Überstunden reduzieren lassen, sollte die Ursache dafür gefunden werden:

  • Mehrarbeit wird vom Arbeitgeber vorausgesetzt
    Manche Unternehmen erwarten von ihren Mitarbeitern mehr Einsatz – auch über die reguläre Arbeitszeit hinaus.
  • Zu hohes Arbeitspensum
    Oftmals ist es schlichtweg das geforderte Arbeitspensum, welches für den Einzelnen zu hoch angesetzt wurde.
  • Angst vor Verlust des Jobs
    Viele Arbeitnehmer möchten nicht auffallen, indem sie pünktlich die Arbeit beenden, sondern sie wollen durch Fleiß überzeugen. Das Ableisten von Überstunden erscheint dabei vielen als eine Möglichkeit, positiv beim Arbeitgeber aufzufallen.
  • Persönliches Pflichtgefühl
    Nicht immer wird die Mehrarbeit von Dritten eingefordert. In manchen Fällen ist es das eigene Pflichtgefühl, welches sie zu Mehrarbeit anspornt.

6 Tipps zur Reduzierung von Überstunden

1. Nein sagen
Oftmals reicht es schon aus, einfach mal „Nein“ zu sagen. Vorgesetzte und Kollegen können nicht immer erkennen, wie es um die eigene Arbeitsbelastung steht. Wichtig ist dabei, freundlich aber bestimmt zu bleiben und zusätzliche Aufgaben nicht grundsätzlich abzulehnen.

2. Arbeitsverteilung verbessern
Ist die Arbeitsbelastung nur für Einzelne zu hoch angesetzt, dann kann ein Gespräch im Team helfen. In manchen Fällen können einzelnen Arbeiten von anderen Mitarbeitern erledigt werden, wodurch eine gerechtere Arbeitsaufteilung erzielt werden kann.

3. Produktivität innerhalb der Arbeitszeiten steigern
Wird das Arbeitspensum während der regulären Arbeitszeit erledigt, sind häufig keine Überstunden mehr notwendig. Bereits das Abstellen von unnötigem Lärm, eine bessere Arbeitsaufteilung und auch das gezielte Ausruhen in Pausen können zu einer verbesserten Produktivität beitragen.

4. Besser organisieren
Durch unstrukturierte Arbeitsabläufe geht viel Zeit verloren. Wer sich besser organisiert, kann die zu erledigende Arbeit besser in der regulären Zeit erledigen. Das ist zum Beispiel durch das Führen einer To-Do-Liste möglich. Dadurch lässt sich besser erkennen, was sofort erledigt werden muss und welche Dinge durchaus aufgeschoben werden können. Fünf bis zehn Minuten vor Beginn des Arbeitstages reichen häufig schon für eine gute Planung aus.

5. Gespräch mit dem Vorgesetzten
In manchen Fällen kann ein Gespräch mit dem Vorgesetzten helfen. Dadurch ist es möglich, Spielregeln für Überstunden zu vereinbaren. Werden diese nicht kategorisch abgelehnt, dann kann dies das Gespräch erleichtern. So ist es zum Beispiel möglich, einzelne Tage der Woche zu vereinbaren, an welchen bei Bedarf Mehrarbeit geleistet werden kann.

6. Betriebsrat oder Gewerkschaft einschalten
Sollten alle Maßnahmen nicht helfen und eventuell sogar Druck auf die Mitarbeiter ausgeübt werden, können auch unbeteiligte Dritte eingeschaltet werden. Dabei kann es sich zum Beispiel um den Betriebsrat oder auch um eine Gewerkschaft handeln. Das ist anonym möglich, wodurch Konsequenzen für den Einzelnen vermieden werden können.

Sollten sich Überstunden dennoch nicht vermeiden lassen, ist es wichtig, für ausreichend Ausgleich zu sorgen. Denn wenn keine Zeit mehr für Erholung bleibt und das Privatleben zu kurz kommt, kann dies zu einem Problem werden.


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