Streitthema Musik im Büro: So kommen Sie auf einen Nenner

Die einen brauchen sie, um konzentriert zu arbeiten, für die anderen ist sie der größte Störfaktor überhaupt. Musik im Büro kann schnell zu hitzigen Diskussionen führen und für ein angespanntes Arbeitsklima sorgen.

Musik ist für viele Menschen ein fester Bestandteil des Alltags. Schon früh am Morgen, unter der Dusche, beim Frühstück und auf dem Weg zur Arbeit, begleitet sie uns und sorgt im besten Fall für eine fröhliche Stimmung. Angekommen am Arbeitsplatz ändert sich das jedoch häufig schnell. Denn während Musik in der Freizeit dabei hilft, abzuschalten, kann sie im Beruf schnell zur Ablenkungsfalle werden. Dass Musik produktiver macht und/oder die Konzentration steigert, konnte bis jetzt nicht eindeutig von der Wissenschaft belegt werden. Eines dürfte außerdem außer Frage stehen: Musik ist Geschmackssache – und deswegen auch ein besonders „beliebtes“ Streitthema im Büro.

Noch eine Lärmquelle mehr

Klingelnde Telefone, ratternde Drucker, röchelnde Kaffeemaschinen, plaudernde Kollegen – Büros sind ein Sammelsurium der Geräusche, die in ihrer Summe gut und gern auch als Lärm bezeichnet werden können. Kommt dann auch noch das Dudeln des Radios hinzu, ist das akustische Chaos meist perfekt.

Trotzdem verzichten die wenigsten Angestellten freiwillig auf Musik am Arbeitsplatz. Immerhin bietet sie willkommene Abwechslung und hilft dabei, einen anstrengenden Bürotag (zumindest ein bisschen) erträglicher zu machen. Doch was, wenn nicht jeder Kollege der Meinung ist, Musik würde sich positiv auf die Arbeitsabläufe auswirken?

Rücksicht auf die Kollegen nehmen

Büros sind äußerst sensible Ökosysteme. Sobald sich ein „Bewohner“ belästigt fühlt, droht es, in sich zusammenzustürzen. Aus diesem Grund sollten Sie immer Rücksicht auf Ihre Kollegen nehmen. Mag einer die Musik, die gerade läuft, nicht, sollten Sie die Lautstärke herunter drehen oder komplett darauf verzichten.

Eine gute Alternative sind Kopfhörer (vorausgesetzt, Ihr Chef segnet sie ab). Diese bringen gleich mehrere Vorteile mit sich:

  • Sie können die Musik hören, die sie wollen
  • Sie stören keinen Ihrer Kollegen
  • Sie können andere Hintergrundgeräusche besser ausblenden und somit fokussierter arbeiten

Der große Nachteil von Kopfhörern: Sie überhören unter Umständen das Klingeln des Telefons und bekommen es auch nicht immer mit, wenn Sie ein Kollege oder Ihr Vorgesetzter anspricht. Aus diesem Grund sollte die Musik nie so laut sein, dass sie alle anderen Geräusche vollständig verschluckt.

Praxis-Tipp: Sogenannte Muschel- oder On-Ear-Kopfhörer sind zwar komfortabel und versprechen einen tollen Klang, sorgen aber auch für eine vollständige akustische Isolation. Um nach wie vor Teil des Büro-Geschehens zu sein, empfehlen sich In-Ear-Kopfhörer, die schnell herausgezogen und auch einseitig genutzt werden können.

Instrumental-Musik: Ein guter Kompromiss

Je mehr Menschen in einem Büro zusammenarbeiten, desto unwahrscheinlicher ist es, einen Musikstil zu finden, der ausnahmslos jedem gefällt. Während sich der eine am besten bei seichter Pop-Musik konzentrieren kann, bevorzugt der andere härtere Klänge. Kollegin A würde im Büro gern beschwingte Salsa-Rhythmen hören, Kollegin B mag es lieber ruhig und melancholisch… und so weiter und so fort. Der Versuch, eine Hintergrundmusik zu finden, die jeden glücklich macht, scheint aussichtslos.

Fast! Denn unter Umständen könnten alle Anwesenden im Büro mit instrumentaler Musik einverstanden sein. Diese bietet zwar auf das von vielen verlangte „Dudeln im Hintergrund“, verzichtet aber auf ablenkenden Gesang.

Praxis-Tipp: Auf der Suche nach Instrumentalmusik, die die Konzentration fördert und nicht nervig ist? Dann halten Sie doch Ausschau nach einem passenden Internet-Radiosender. Alternativ können Sie sich auch durch unzählige Spotify-Playlists klicken und dabei Ihre Favoriten finden.

Das letzte Wort hat immer noch der Chef

Wenn es Ihnen tatsächlich gelingt, mit den Kollegen auf einen Musik-Nenner zu kommen, ist das natürlich erst einmal Grund zur Freude. Allerdings sollte die Euphorie nie zu groß ausfallen, denn das letzte Wort hat immer noch Ihr Chef. Ist dieser nämlich der Meinung, dass Musik im Büro zu sehr ablenkt, einzelne Mitarbeiter oder Kunden stört, dann kann er diese untersagen. Ein generelles (und unbegründetes) Radio-Verbot am Arbeitsplatz kann der Chef allerdings nicht aussprechen. Letzten Endes gilt es, eine Lösung zu finden, mit der alle Beteiligten zufrieden sind – so kompliziert das auch sein mag.

Wie gehen Sie mit dem Streitthema Musik im Büro um? Wir freuen uns auf Ihre Erfahrungsberichte in den Kommentaren.