Studie: Wieso ist Social Recruiting gerade bei Tech-Profis so erfolgreich?

Der Fachkräftemangel macht vielen Branchen zu schaffen. Allen voran die Tech-Branche. IT-Profis & Co werden aktuell so händeringend gesucht wie nie zuvor. Um die „Mangelware Tech-Profi“ zu erreichen, setzen immer mehr Unternehmen deshalb auf ungewöhnliche Recruiting-Tools, unter anderem das moderne Social Recruiting.


Der Fachkräftemangel sorgt derzeit für viele Schlagzeilen. Während in einigen Branchen ständige Umstrukturierungen zum Abbau von Arbeitsplätzen und einer akuten Angst um den Job bei den Angestellten führen, haben es Tech-Profis auf dem Arbeitsmarkt spielend leicht. Wer über eine entsprechende Ausbildung und die passenden Soft Skills verfügt, hat häufig eine große Auswahl an potenziellen Arbeitgebern. Die Zeiten, in welchen Tech-Profis froh waren, überhaupt einen Job zu finden und dementsprechend mittelmäßige Angebote annehmen mussten, sind längst vorbei. Mittlerweile sitzen sie größtenteils in der besseren Verhandlungsposition und können gegenüber ihrem Arbeitgeber hohe Ansprüche stellen. In diesem Zuge werden auf der Unternehmensseite Stichworte wie Employer Branding oder eben das Social Recruiting immer wichtiger. Denn mit einer „handelsüblichen“ Stellenausschreibung lassen sich hoch qualifizierte Tech-Profis – wenn überhaupt – nur noch bei namhaften Unternehmen gewinnen.

Was ist „Social Recruiting“

Beim Social Recruiting handelt es sich um eine moderne Personalbeschaffungsmethode, welche sich simultan zu den sozialen Netzwerken entwickelt hat. Denn wieso sollten Arbeitgeber diese nicht für ihre HR-Ziele einsetzen? Dementsprechend werden beim Social Recruiting, auch Social Hiring oder Social Recruitment, Social-Media-Plattformen wie Xing, LinkedIn, Twitter, Facebook oder Instagram genutzt – einerseits für das hauseigene Employer Branding und andererseits für gezielte Recruiting-Maßnahmen. Ein aktueller Dice-Report mit dem Titel „Social Recruiting 2017“ kam nun zu dem spannenden Ergebnis, dass solche Social-Recruiting-Maßnahmen vor allem in der Tech-Branche große Erfolge verzeichnen. Aber wieso?

Tech-Profis erreichen Sie am besten in der digitalen Welt

Eigentlich liegt die Antwort auf der Hand: Tech-Profis sind in der digitalen Welt versiert. Sie fühlen sich im World Wide Web sowie vor dem Computer oder auch an Smartphone, Tablet & Co zuhause. Sie benötigen diese nicht nur für ihre Arbeit, sondern haben sie natürlich auch fest in ihr Privatleben eingebunden. Prinzipiell ist also davon auszugehen, dass beinahe alle Tech-Profis ein großes Interesse für moderne Technologien und damit auch für Social Media hegen. Ausnahmen bestätigen die Regel. Der Dice-Report kam tatsächlich zu dem Ergebnis, dass 32 Prozent aller Tech-Profis vier oder mehr Profile in sozialen Netzwerken besitzen. 20 Prozent haben immerhin eines. Der Rest liegt dazwischen. Der Beliebtheit nach geordnet handelt es sich hierbei vor allem um:

  • Xing
  • LinkedIn
  • Facebook
  • Stack Overflow
  • Github,
  • Twitter,
  • Google+ und
  • Instagram

70 Prozent der Tech-Profis gaben zudem an, ihre sozialen Netzwerke (auch) zur Jobsuche zu nutzen oder zumindest für Angebote, beispielsweise durch einen Headhunter, offen zu sein. Wenn Personaler das Social Recruiting also richtig angehen, ist es um ihre Chancen bei den Tech-Profis gut bestellt. Nur: Was bedeutet „richtig“?

Schritt für Schritt: Social Recruiting in der Tech-Branche

Der Report offenbart spannende Ergebnisse zur Frage, wie sich Tech-Profis mittels Social Recruiting gewinnen lassen:

  • Immerhin 89 Prozent der Personaler in deutschen Unternehmen setzen bereits (auch) auf soziale Netzwerke für ihr Recruiting.
  • 50 Prozent davon nutzen sogar fünf oder mehr unterschiedliche Kommunikationskanäle wie Telefon, E-Mail oder eben Nachrichten via Social Media, um geeignete Tech-Profis zu erreichen.
  • Sie möchten darüber in erster Linie passive Kandidaten erreichen, diese also beispielsweise von der Konkurrenz abwerben, obwohl sie sich bereits in einer Anstellung befinden – wie bereits erwähnt, sind schließlich 70 Prozent der Tech-Profis für Jobangebote offen, auch wenn sie sich aktuell nicht auf der aktiven Suche befinden.
  • Die Tech-Profis wünschen sich von einem Recruiter, der direkt auf sie zugeht, vor allem eine spannende sowie für sie relevante Position, ein Verständnis für die Skills und eine persönliche Ansprache.
  • No-Gos sind hingegen „Spam“, zu viele Nachrichten allgemein sowie eine für die Person überhaupt nicht relevante Stelle. Auch Massenmails kommen bei den Tech-Profis überhaupt nicht gut an.
  • Ihrer Meinung nach könnten sich die Recruiter deshalb vor allem hinsichtlich der Relevanz der Jobs für die kontaktierte Person verbessern, ebenso wie in ihrem technischen Verständnis und jenem für die Tätigkeit und Skills des potenziellen Kandidaten. Schlussendlich wollen Tech-Profis auf den Social-Media-Kanälen also vor allem eines: verstanden werden!

Sind auch Sie Tech-Profi? Was können Personaler Ihrer Meinung nach beim Social Recruiting verbessern? Unter welchen Bedingungen würden Sie sich von einer bestehenden Anstellung abwerben lassen? Wie sehen Sie die Sache aus Personalersicht? Haben Sie bereits positive oder negative Erfahrungen mit dem Social Recruiting gemacht?


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