Tipps für Führungskräfte: Wie lernen Mitarbeiter ihren Job lieben?

Mitarbeiterbindung sollte für Führungskräfte ein großes Thema sein. Die Rechnung ist simpel: Unzufriedene Mitarbeiter gehen. Zufriedene Arbeitnehmer, die ihren Job lieben, bleiben. Aber wie schaffen Sie das?

Natürlich ist es in erster Linie die Aufgabe eines jeden Menschen selbst, den Job zu finden, den er liebt. Das beginnt bei der Berufswahl, sprich der Entscheidung für oder gegen eine Ausbildung, einen Studiengang & Co. Anschließend geht es um Faktoren wie Studienschwerpunkte, fachliche Vertiefungen, Fort- und Weiterbildungen sowie die Wahl des Arbeitgebers. Doch spätestens, wenn der Mitarbeiter im Unternehmen angekommen ist, sprich die Mitarbeitergewinnung funktioniert hat, spielt die Führungskraft hinsichtlich der Mitarbeiterbindung eine tragende Rolle. Denn ein Mensch kann seine eigentliche Tätigkeit noch so sehr lieben – wo Mobbing, ein mieses Arbeitsklima, Unterbezahlung oder andere Probleme den Arbeitsalltag beherrschen, wird der Arbeitnehmer mit hoher Wahrscheinlichkeit früher oder später kündigen oder erkranken. Andersherum kann eine gute Führungskraft viel bewirken. Sie kann die Mitarbeiter dabei unterstützen, einen tieferen Sinn in ihrem Job zu finden und dadurch auf Dauer glücklich, zufrieden sowie motiviert zu sein – auch, wenn die Stelle vielleicht eigentlich nicht dem Traumjob entspricht. Sie als Führungskraft können Mitarbeitern also durchaus dabei helfen, ihren Job (wieder) lieben zu lernen. Und das sollten Sie auch! Aber wie?

Motivation ist kein Dauerzustand, sondern eine Bestandsaufnahme

Einen Sinn in seiner Tätigkeit zu sehen und seinen Job zu lieben – das sind wichtige Faktoren, wenn es um die Motivation geht. Doch startet nicht beinahe jeder Arbeitnehmer zu Beginn seiner Karriere hochmotiviert? Irgendwann kehrt dann Routine ein, Frustrationen bauen sich auf und die Motivation beginnt zu sinken?! Wenn Personaler in Vorstellungsgesprächen vor allem nach motivierten Bewerbern Ausschau halten, sollten sie sich bewusst machen, dass Motivation flüchtig ist. Die meisten Menschen lieben ihren Job nicht immer und hassen ihn auch nicht immer, sondern schwanken zwischen diesen beiden Extremen oder irgendwo in der Mitte. Daraus sollten Führungskräfte zwei Lehren ziehen:

  1. Motivierte Mitarbeiter müssen weiterhin motiviert werden und
  2. wenn die Motivation verlorengegangen ist, kann sie jederzeit wiederhergestellt werden.

Mitarbeiter, die ihren Job einst geliebt haben, können dies also jederzeit wieder lernen. Und selbst jene Angestellte, die von Beginn an eher mittelmäßig verliebt in ihre neue Stelle waren, können noch eine Leidenschaft für ihre Arbeit entwickeln. Die Flexibilität der menschlichen Persönlichkeit bietet also sowohl Vorteile als auch Nachteile. Für Führungskräfte ist es deshalb erst einmal wichtig, sich überhaupt mit diesem Thema auseinanderzusetzen und ein Bewusstsein dafür zu entwickeln, wie wichtig die Themen Leidenschaft, Motivation und Sinnhaftigkeit – also kurz gesagt die „Liebe“ – für die Arbeit sind.

Wie können Führungskräfte die Leidenschaft in ihren Mitarbeitern wecken?

„Leidenschaft“, „Liebe“ – das sind Wörter, bei denen viele Führungskräfte wahrscheinlich mit den Augen rollen und sich denken: Das hat doch mit der Arbeit nichts zu tun. Solche menschlichen Attribute sind in zahlreichen Unternehmen nicht gerne gesehen. Es macht beinahe den Anschein, als würden viele Arbeitgeber ihre Angestellten am liebsten durch Roboter ersetzen. Die haben keine Emotionen und funktionieren einfach. Ohne Krankschreibungen, Konflikte oder sonstige Problem. Das ist aber glücklicherweise in vielen Berufen nicht möglich und deshalb braucht es ein Umdenken in deutschen Führungsetagen. Denn was Sie als Vorgesetzter begreifen müssen, ist: Nur ein leidenschaftlicher Mitarbeiter, der seinen Job liebt, einen Sinn darin sieht und motiviert ist, ist auch ein guter und gesunder Mitarbeiter – auf kurze ebenso wie auf lange Sicht.

„Wer nicht aus Liebe zur Sache arbeitet, sondern nur des Geldes willen, der bekommt gar nichts: weder Geld noch Glück. Die Liebe zur Sache ist der Schlüssel zur Freude an der Arbeit und zum Erfolg.“

(Charles M. Schwab)

Eine solche positive Arbeitseinstellung wirkt sich wiederum auf die Kolleginnen und Kollegen aus und kann dadurch große Wellen im Unternehmen schlagen. Wenn die Angestellten ihre Arbeit lieben, entsteht also eine Win-Win-Situation. Für die Führungskraft bedeutet das: Sie muss herausfinden, warum die Mitarbeiter das tun, was sie tun. Welcher also ist ihr Antrieb? Welche Gründe führten dazu, dass sie sich für diesen Beruf bei diesem Arbeitgeber entschieden haben? Was lässt sie jeden Morgen aus dem Bett aufstehen und zur Arbeit fahren – außer der Gehaltsscheck am Ende des Monats? Das geht in erster Linie gemeinsam: Suchen Sie das Vieraugengespräch mit jedem Mitarbeiter, zum Beispiel jährlich oder halbjährlich, und stellen Sie diese Frage. Entwerfen Sie einen Karriereplan mit individuellen Zielen, der dem Betroffenen einen Sinn in seiner Tätigkeit schenkt. Formulieren Sie eine gemeinsame „Mission“. Dies sollte sowohl auf Unternehmensebene stattfinden – Stichworte: Employer Branding und Leitsatz – als auch auf individueller Basis gemeinsam mit dem Einzelnen. Gehen Sie also persönlich auf die Mitarbeiter ein, zeigen Sie Interesse und helfen Sie ihnen dabei, ihre Liebe zur Arbeit (wieder) zu finden. Fördern Sie sie anschließend gezielt in diese für sie richtige Richtung und als Dank erhalten Sie motivierte Leistungsträger mit Spezialwissen in ihren Fachgebieten, die eine positive Stimmung im Team verbreiten. Wie bereits erwähnt: Win-Win!

Wie haben Sie selbst Ihre Liebe für den Job (wieder) gefunden? Und welche weiteren Tipps können Sie Führungskräften für die Unterstützung ihrer Mitarbeiter mit auf den Weg geben? Vielen Dank für Ihre Kommentare zum Thema!


Bildquelle: Eakachai Leesin/Shutterstock