Twitter und Karriere: So nutzen Sie das Netzwerk für Ihre Zwecke

140 Zeichen – mehr Möglichkeiten bietet der Kurznachrichtendienst Twitter seinen Nutzern nicht. Was für die einen den Spirit des Netzwerks ausmacht und unbedingt geschützt werden muss, ist für andere eine abschreckende Begrenzung. Lohnt es sich jetzt –nach 10 Jahren – noch, mit dem zwitschernden Vögelchen warm zu werden?


Im März diesen Jahres hat der Microblogging-Dienst Twitter klammheimlich seinen zehnten Geburtstag gefeiert. Eingefleischte Fans und passionierte Nutzer haben diesen Ehrentag natürlich gefeiert, doch an der breiten Mehrheit ist er stillschweigend vorbeigezogen. Während die einen Twitter lieben, ignorieren es die anderen rigoros. Dabei bietet Twitter beispielsweise im Hinblick auf die Arbeitswelt einige Potentiale, die nicht zu unterschätzen sind.

Twitter im Überblick

  • Gründer: Jack Dorsey
  • online seit: 21. März 2006
  • Nutzer weltweit: 320 Millionen (Stand: Januar 2016)
  • Nutzer in Deutschland: 12 Millionen (Stand: März 2016)
  • Aktive Nutzer pro Monat: 313 Millionen (Stand: Juni 2016)

Twittern: So funktioniert’s

Ehe wir Ihnen verraten, wie Sie Twitter für Ihre Karriere-Zwecke nutzen können, wollen wir kurz erklären, wie das Twittern an sich funktioniert – ein kleiner Crashkurs sozusagen:

  • ein Posting bei Twitter wird als Tweet bezeichnet
  • Sie können selbst einen Tweet absetzen, den Tweet eines anderen Nutzers retweeten (also teilen) oder auch zitieren (sprich: teilen und selbst noch etwas dazu sagen)
  • Tweets bestehen immer aus maximal 140 Zeichen und können durch Links, Umfragen, Bildern, Videos und GIFs ergänzt werden – diese Elemente beanspruchen (noch) eine gewisse Zeichenzahl (Über Änderung wird nachgedacht)
  • fremde Tweets, die Ihnen besonders gut gefallen, können Sie auch mit einem Herz ( = Like) versehen
  • andere Nutzer werden mit einem vorausgehenden „@“ markiert
  • Hashtags (#…) verschlagworten Ihren Tweet und sorgen für einen thematischen Bezug
  • Antworten auf einen fremden Tweet werden als Reply bezeichnet
  • Wer einen Nutzer privat „anzwitschern“ will, nutzt die Direktnachricht-Funktion
  • für weniger Chaos in der Timeline können Nutzer, denen Sie folgen, auch in Listen sortiert werden

Hinweis: Wer es gern etwas ausführlicher mag, findet an vielen anderen Stellen im Internet gute, mehr oder weniger lange Beiträge, die die Nutzung von Twitter detailliert erklären.

Twittern als Karriere-Boost

Gleich vorweg: Wer das Prinzip von Twitter erst einmal verstanden hat, wird mit großer Wahrscheinlichkeit auch Freude daran haben – erst recht, wenn sich erste (berufliche) Erfolge einstellen. Wie Sie Ihren Zielen ein Stück näher kommen, soll im Folgenden erklärt werden.

Positionierung durch Twitter

Wer die Karriere-Leiter emporklettern will, sollte stets darum bemüht sein, sich möglichst vielfältig zu präsentieren und dabei die eigene Expertise, besondere Fähigkeiten und bisherige Erfolge zu unterstreichen. Twitter ist wie gemacht für diese Tätigkeiten. Indem Sie sich hier als Experte auf Ihrem Gebiet positionieren und Ihre Follower regelmäßig mit relevanten Inhalten versorgen, werden Sie ernst und wahrgenommen. Unter Umständen werden Sie durch die richtige „Eigenwerbung“ auch von Ihrem zukünftigen Chef oder Geschäftspartner gefunden.

Vernetzen durch Twitter

Twitter ist ein soziales Netzwerk. Nehmen Sie diese Bezeichnung ruhig ernst und vernetzen Sie sich mit anderen Nutzern – vorrangig online und in Einzelfällen auch offline. Wer sich gezielt auf die Suche macht, findet auf Twitter zahlreiche qualitativ hochwertige Kontakte aus unterschiedlichen Branchen, die in aller Regel einen großen Mehrwert besitzen.

News-Update durch Twitter

Egal, was wann und wo auf der Welt passiert – Twitter weiß es als erstes. Diese Aktualität der Nachrichten ist nicht nur im Alltag von unschätzbarem Wert, sondern kann Ihnen auch im Beruf weiterhelfen. Ihr Chef wird sicher beeindruckt sein, wenn Sie immer als erstes von der neuen Software-Aktualisierung oder der Übernahme von X durch Unternehmen Y wissen. Das tägliche Branchennews-Update erhalten Sie

  • indem Sie entsprechenden Accounts folgen
  • indem Sie relevante Accounts in Listen sortieren
  • indem Sie nach bestimmten Hashtags suchen
  • indem Sie die Trends immer im Auge behalten

Reichweiten-Steigerung durch Twitter

Sie haben im Zuge Ihrer Arbeit etwas wirklich Großartiges geleistet? Einen spannenden Blog-Artikel geschrieben? Oder sind gerade auf einer Konferenz, die auch für andere interessant sein könnte? Dann twittern Sie das doch! Der Kurznachrichtendienst ist eine schnelle, direkte und vor allem einfache Möglichkeit, berufliche (und auch private) Erfolge und Neuigkeiten mit der Welt zu teilen.

Fazit: Twitter – ein häufig unterschätztes Netzwerk

Twitter ist anders als Facebook, Instagram und Co. – keine Frage. Das bedeutet jedoch nicht, dass es sich nicht lohnt, es auszuprobieren. Wer den Dreh erst einmal heraus hat, wird schnell Spaß am Zwitschern finden und von den vielen Vorteilen profitieren. Twitter eignet sich besonders gut, um es für berufliche Zwecke zu nutzen. Auch nach zehn Jahren ist es nicht zu spät, den Microblogging-Dienst für sich zu entdecken.


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