Verhandlungen mit dem Chef: Das sollten Sie nicht sagen

Mehr Gehalt, Verantwortung oder kürzere Arbeitszeiten: Es gibt viele Gründe für Verhandlungen mit dem Chef. In jedem Fall bedarf es einer guten Vorbereitung, um schwerwiegende Fehler zu vermeiden.


Es gibt viele Anlässe, zu denen ein Gespräch mit dem Chef notwendig wird. Dabei kann es sich um Gehaltsverhandlungen handeln, um die Arbeitszeiten, den Verantwortungsbereich im Unternehmen oder um weitere Details des Arbeitsvertrages. Um das gewünschte Ziel zu erreichen, kommt es auf das Verhandlungsgeschick, die richtige Strategie und Wortwahl an. Denn der bloße Wille allein reicht nicht aus, um den Arbeitgeber zu überzeugen. Insbesondere bei der Wortwahl sollten Sie vorsichtig sein, denn so manche Äußerung kann nicht nur dafür sorgen, dass die Verhandlungen scheitern, sondern dass ernstzunehmende Konsequenzen drohen.

5 Argumente, auf welche Sie bei Verhandlungen verzichten sollten

1. „Das Geld reicht nicht.“
Arbeitnehmer werden für ihre Leistung bezahlt. Wer mehr Geld haben möchte, muss auch mehr leisten. Auf der anderen Seite kann dieses Argument auch bedeuten, dass Schwierigkeiten bei der Verwaltung des Geldes bestehen. Rückschlüsse auf die Arbeitsweise sind möglich.

2. „Mein Kollege verdient mehr.“
In vielen Unternehmen können Arbeitnehmer mit den Vorgesetzten über die Höhe des Gehalts verhandeln. Dadurch hängen Einkommensunterschiede auch vom Verhandlungsgeschick des Einzelnen ab. Wer weniger verdient, hat somit meist schlechter verhandelt. Zudem ist es in vielen Unternehmen gemäß Arbeitsvertrag untersagt, sich mit anderen Mitarbeitern über das persönliche Gehalt auszutauschen. Das Argument ist somit nicht nur nutzlos, sondern kann im Ernstfall auch arbeitsrechtliche Konsequenzen für Sie und die Kollegen nach sich ziehen.

3. „Ich habe noch nie eine Gehaltserhöhung gefordert.“
Die Aussage alleine ist für ein Unternehmen kein Grund, mehr Geld zu bezahlen. Vielmehr kommt es auf mehr Leistung an. Wer sich in den letzten Jahren durch eine hohe Leistung auszeichnen konnte, sollte dies herausstellen.

4. „Ohne Zustimmung gehe ich.“
Mit einem solchen Erpressungsversuch sollten Arbeitnehmer vorsichtig sein. Auch wenn dies nicht immer so deutlich formuliert wird. Denn es kann durchaus passieren, dass der Arbeitnehmer die Aussage ernst nimmt und die Kündigung eingereicht werden sollte. Geschieht dies in der Folge nicht, dann wird es schwierig, in der Zukunft noch ernst genommen zu werden.

5. „Nach so vielen Jahren im Unternehmen steht mir eine Beförderung zu.“
Die Zeit im Unternehmen alleine ist kein Argument für eine Beförderung. Wer mehr Verantwortung und Gehalt haben möchte, muss eine entsprechend hohe Leistung erbringen. Deshalb sollten auch an dieser Stelle die eigenen Leistungen für das Unternehmen benannt werden können. Zugleich ist es wichtig herauszustellen, welchen Nutzen das Unternehmen hat, wenn Sie befördert werden.

Tipps für Verhandlungen

  • Perspektive des Unternehmens betrachten
    Um sich auf das anstehende Gespräch mit dem Chef vorzubereiten, kann es hilfreich sein, die Situation nicht nur aus der eigenen Perspektive zu betrachten. Vielmehr kommt es darauf an, den Vorgesetzten davon zu überzeugen, worin die Vorteile für das Unternehmen liegen. Wird mehr Gehalt oder eine Beförderung gefordert, dann kann es beispielsweise hilfreich sein, den Vorgesetzten die eigenen Erfolge und den Nutzen für das Unternehmen herauszustellen.
  • Richtigen Zeitpunkt wählen
    Zugleich kann es auch wichtig sein, den richtigen Zeitpunkt für die Verhandlungen mit dem Chef zu wählen. Ist das Unternehmen gerade in einer wirtschaftlich angespannten Lage, ist dies sicherlich kein guter Zeitpunkt, um mehr Gehalt zu verlangen. Wer allerdings weniger arbeiten möchte, könnte das Unternehmen an dieser Stelle finanziell entlasten.
  • Ziel nicht aus den Augen verlieren
    Ein Gespräch verläuft nicht immer in die gewünschte Richtung. Insbesondere wenn der Gesprächspartner beginnt, auszuschweifen und schwammige Formulierungen gewählt werden, ist es schwierig zu erkennen, ob das Ziel erreicht wurde. Eine kurze Zusammenfassung am Ende der Verhandlung kann helfen herauszubekommen, ob die getroffenen Vereinbarungen tatsächlich den Forderungen entsprechen.
  • Kompromisse eingehen
    Nicht immer ist es möglich, dass zu bekommen, was man sich erhofft hat. Allerdings können häufig Kompromisse gefunden werden. Soll die Arbeitszeit verkürzt werden, dann ist es vielleicht möglich, eine Dreiviertel-Stelle anstatt eine Halbtagsstelle zu erhalten oder es werden flexiblere Arbeitszeiten vereinbart. Auch bei Gehaltsverhandlungen können Kompromisse geschlossen werden, indem anstatt ein höheres Gehalt alternativ Zuschüsse für die Kinderbetreuung oder die Altersvorsorge gefordert werden.

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