Was hat es mit der „New Work“ auf sich und ist die „Old Work“ tot?

Alle Welt spricht derzeit von der „New Work“ – aber was steckt eigentlich dahinter und worin unterscheidet sie sich von der „Old Work“?

New Work – das neue Arbeiten. Dahinter steckt ein Konzept voller Veränderungen in der Arbeitswelt, welche vor allem durch die Digitalisierung sowie die sogenannte Generation Y angestoßen werden.  Die New Work Bewegung ist eigentlich viel älter, als Sie angesichts der Neuheit dieser Entwicklungen vielleicht annehmen würden. Tatsächlich tritt die New Work in regelmäßigen Abständen in Erscheinung – eben immer, wenn aktuelle Neuerungen die westliche Geschäftswelt einmal kräftig umwälzen. Früher war es die Industrialisierung, anschließend die Globalisierung und nun eben die Digitalisierung. Vermutlich wird es auch in Zukunft noch häufiger New Work Bewegungen geben – unter welchem Namen und aufgrund welcher Ursachen auch immer. Wer das Thema der New Work betrachtet, sollte den Zeitraum deshalb klar definieren. Also machen wir das: Heute soll es um die New Work der vergangenen sowie nächsten fünf Jahre gehen. Wie sieht sie aus, diese „New Work“?

New Work – Nicht ist mehr, wie es einmal war?

Veränderungen sind gut und wichtig, denn sie stellen stets eine Chance auf Verbesserung dar. Veränderungen gehören zum Leben – und eben auch zum Berufsleben. Dass eine Entwicklung wie die Digitalisierung nicht spurlos an der Geschäftswelt vorbeigeht, liegt wohl auf der Hand. Internet, Smartphone & Co haben die industrialisierten Unternehmen des Westens gehörig auf den Kopf gestellt und neue Perspektiven in Länder gebracht, die bislang von der globalen Wirtschaft isoliert waren. Kommunikation ist heute so einfach wie nie zuvor und dadurch eben auch die Zusammenarbeit von Unternehmen über Ländergrenzen hinweg. Also werden Abteilungen ausgelagert, um Kosten zu sparen, oder erste Remote Teams gebildet – aus den besten Spezialisten der Welt. Keine Frage: Die New Work bringt so einige Vorteile für die Arbeitgeberseite mit sich. Aber wie genau wirkt sie sich auf das Verhältnis zu den Arbeitnehmern aus und was passiert mit der „Old Work“?

Die New Work als Segen für Arbeitnehmer und Fluch für Arbeitgeber?

Das neue Arbeiten findet natürlich vor allem auf der Arbeitnehmerseite statt. Die junge Generation Y ist mit Internet & Co aufgewachsen und wird deshalb auch als „Digital Natives“ bezeichnet. Und eben diese „Digital Natives“ wissen um die Vorteile, welche die Digitalisierung für sie bringt. Sie sind sich bewusst, dass die Arbeit von heute in vielen Berufen ortsunabhängig möglich ist und eventuell sogar zeitflexibel. Angefeuert durch den fortschreitenden Fachkräftemangel rücken die Berufseinsteiger in eine immer bessere Verhandlungsposition, werden mutiger und fordern die New Work ein – ob die Arbeitgeber es wollen oder nicht. Diese tun sich gerade in Deutschland noch schwer damit, sich von alten Strukturen zu verabschieden, die Flexibilität durch die Digitalisierung als Chance zu begreifen und vor allem: den Arbeitnehmern zu vertrauen, wenn diese sich nicht mehr in „greifbarer“ Nähe befinden, sondern beispielsweise im Homeoffice oder als Remote Team arbeiten. „New Work“ – das bedeutet in erster Linie:

  • Selbstständigkeit,
  • persönliche Freiheit,
  • Vertrauen,
  • Gemeinschaft,
  • Sinn und
  • Flexibilität.

Gerne wird sie auch als die Arbeit 4.0 bezeichnet – als Anlehnung an den Begriff der Industrie 4.0, welche vor allem durch intelligente Technologien gekennzeichnet ist. Auf dem Papier bringt die New Work eigentlich nicht nur für Arbeitnehmer, sondern auch für Arbeitgeber zahlreiche Vorteile mit sich, zum Beispiel Kosteneinsparungen durch wegfallende Büroräumlichkeiten oder motivierte Mitarbeiter. In der Realität wird es aber noch einige Zeit dauern, bis die deutschen Unternehmen den Trend flächendeckend mitgehen.

Und was ist jetzt eigentlich mit der Old Work?

Trend? Handelt es sich also bei der New Work nur um eine Phase? Wenn ohnehin bald wieder alles beim Alten sein wird, wieso sollten Arbeitgeber dann nicht direkt bei der Old Work bleiben? Tatsächlich handelt es sich bei der New Work um eine Welle, die – wie bereits erwähnt – in regelmäßigen Abständen und aufgrund unterschiedlicher Entwicklungen über die Arbeitswelt schwappt. Dennoch sind ihre Veränderungen bleibend und ist der erste „Schock“ auf der Arbeitgeberseite erst einmal verdaut, wird die New Work zur neuen Old Work – so lange, bis sich die nächste New Work Welle auf den Weg macht. Also ja: Die Old Work ist gewissermaßen tot. Aber auch dieses Mal handelt es sich bei der Veränderung wieder um eine deutliche Verbesserung.

Oder was denken Sie? Sind Sie Befürworter oder Gegner der New Work? Wann denken Sie, wird die Old Work ausgedient haben? Welche weiteren Anregungen haben Sie zum Thema?


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