Was sich Recruiter von Fußball-Scouts abgucken können

In wenigen Wochen beginnt die Fußball-Weltmeisterschaft und schon jetzt dreht sich alles um das runde Leder. Für uns Anlass genug, den Bogen vom Ballsport zur Personalsuche zu schlagen.

Jeder Fußball-Verein auf der ganzen Welt ist permanent auf der Suche nach vielversprechenden Nachwuchstalenten. Um sich auch wirklich kein Juwel durch die Lappen gehen zu lassen, werden professionelle Scouts eingesetzt, die zu jeder Zeit die Augen offen halten. Spannend ist der Umstand, dass die Scouts im Grunde genommen auch nur Recruiter sind, die im sportlichen War of Talents um die Gunst der besten Spieler buhlen. Es kann sich also durchaus lohnen, einmal genauer hinzuschauen und sich zu fragen, was „klassische“ Recruiter von den Fußball-Scouts lernen können.

Frühe Förderung und vertragliche Bindung

Im Fußball ist es völlig normal, bereits Kinder und Jugendliche mit erkennbarem Talent gezielt zu fördern. Hierfür gibt es in den Profivereinen sogar spezielle Leistungszentren. Außerdem ist es keine Seltenheit, dass junge Fußballer schon in frühen Jahren vertraglich an den Verein gebunden werden, um eine eventuelle Abwerbung zu vermeiden.

Eine Übertragung auf das Recruiting erscheint auf den ersten Blick schwierig – immerhin ist Kinderarbeit in Deutschland verboten und kein Unternehmen wird Interesse daran haben, einen 14-Jährigen unter Vertrag zu nehmen.

Die frühe Förderung und das Contracting, die im Fußball absolute Normalität sind, können jedoch durchaus auf Nachwuchskräfte – beispielsweise Werksstudenten und Young Professionals – übertragen werden. Recruiter, die frühzeitig junge Talente mit großem Potential erkennen, diese individuell fördern und bestenfalls auch noch langfristig ans Unternehmen binden können (im Fall der Generationen Y und Z eine schwierige Angelegenheit!), dürfen sich durchaus über einen Fortschritt freuen.

Die Konkurrenz immer im Blick haben und abwerben

Wenn ein großer Fußball-Star von Verein A zu Verein B wechselt, dann geht das nicht nur durch die Medien, sondern es fließt auch jede Menge Geld. Was im Profisport Transfermarkt genannt wird und für viele spannender als die eigentlichen sportlichen Begegnungen ist, nennt sich im Recruiting Abwerbung.

Auch im Personalwesen ist es überaus wichtig, die Konkurrenz stets im Auge zu behalten und zu schauen, welche Talente dort aktiv sind. Was beim Abwerben erlaubt ist und was Sie lieber unterlassen sollten, verraten wir Ihnen in diesem Beitrag auf unserem Blog.

Anreize schaffen und somit Fachkräfte gewinnen

Bleiben wir noch kurz beim Geld, das Fußballern für einen Wechsel angeboten wird. Natürlich könnte man diese Vorgehensweise 1:1 aufs Recruiting übertragen, doch ist es hier (Gott sei Dank) eher unüblich, mehrere Millionen Euro an das Konkurrenzunternehmen zu zahlen, damit diese ihren Mitarbeiter ziehen lassen.

Nichtsdestotrotz sollten auch im Hinblick auf die Personalgewinnung Anreize geschaffen werden – beispielsweise in Form von Social Benefits oder natürlich einem attraktiven Einstiegsgehalt. Gerade im Bereich IT muss Ihnen immer bewusst sein, dass die Kandidaten in der Regel die Wahl haben und sich zwischen verschiedenen Arbeitgebern entscheiden können.

Fokus auf umfassende Onboarding-Maßnahmen legen

Wenn Fußballer den Verein wechseln, dann ist das in 99,9 Prozent der Fälle auch immer mit einem Wohnort-Wechsel verbunden (nicht selten steht ein Umzug in ein anderes Land oder gar auf einen anderen Kontinent bevor). Damit sich die Sportler und auch ihre Familien möglichst schnell in dem neuen Umfeld wohl fühlen und damit einhergehend auch die erwartete Leistung erbringen können, sorgen Profivereine für eine schnelle Eingliederung.

Im Recruiting nennt man das Onboarding. Auch wenn das „an Bord holen“ jedem Personaler bekannt sein dürfte, werden die verschiedenen Maßnahmen in vielen Unternehmen eher stiefmütterlich behandelt.

Wenn Sie neue Mitarbeiter so früh wie möglich „abholen“ und langfristig an das Unternehmen binden wollen, dann gehört professionelles Onboarding zum Pflicht-Programm. Es sorgt nämlich nicht nur dafür, dass alte und neue Kollegen in Kontakt zueinander treten, sondern erhöht auch die Chancen, dass sich der Mitarbeiter schneller an seinem neuen Wohnort wohlfühlt und nicht gleich den nächsten Jobwechsel plant.

Über den Tellerrand schauen

Wenn Sie sich fragen, warum Ihr Lieblingsverein ausgerechnet einen Spieler aus Turkmenistan verpflichtet hat, dann können Sie sich sicher sein, dass der verantwortliche Scout über den eigenen Tellerrand geschaut hat.

Es ist ein absoluter Irrglaube, dass alle Profi-Fußballer aus England, Deutschland, Italien und Brasilien stammen. Auch anderswo lassen sich durchaus vielversprechende Talente ausfindig machen. Es lohnt sich durchaus, auch abseits der gewohnten Pfade zu suchen – immerhin ist hier die Gefahr geringer, dass auch andere Scouts auf Talent-Jagd gehen.

Für Sie als Personalsuchender bedeutet das: Suchen Sie auch da nach Kandidaten, wo Sie eher nicht mit einem Treffer rechnen. Die größten Schätze werden Ihnen nur selten auf dem Silbertablett serviert.


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