Wie permanentes Jammern Ihre Karriere beeinflusst

Hin und wieder über den Job schimpfen und auch einmal jammern ist vollkommen normal. Sie sollten allerdings darauf achten, dass die schlechte Stimmung nicht Überhand nimmt.


Es gibt eine Menge – scheinbar gute – Gründe, um zu jammern. Eine gesunde Portion Pessimismus gehört scheinbar zum guten Ton und ist allgemein akzeptiert. Was viele allerdings nicht wissen: Wer immer nur meckert und alles negativ sieht, tut sich keinen Gefallen. Permanentes Gejammer hat einen großen Einfluss auf unsere Einstellung im Allgemeinen und unsere Karriere im Speziellen.

Die „Konditionierung“ des menschlichen Gehirns

Immer, wenn Sie am Abend etwas vorhaben, ordnet der Chef Überstunden an. Immer, wenn Sie sich konzentrieren müssen, telefoniert der Kollege extra laut. Immer, wenn Sie Urlaub eingereicht haben, regnet es den ganzen Tag. Jeder von uns kennt diese Denkmuster und erwischt sich hin und wieder beim Jammern.

Gewinnt der Pessimismus jedoch Überhand, hat das starke Auswirkungen auf unser Gehirn. Dieses wird nämlich gewissermaßen darauf konditioniert, negativ zu denken und lässt den positiven Aspekten ab einem gewissen Punkt keine Chance mehr. Zu dieser Erkenntnis kamen Forscher der Stanford University.

Das Ergebnis der wissenschaftlichen Studie: Das menschliche Gehirn legt verschiedene Muster an, um möglichst effizient arbeiten zu können und sich nicht immer wieder an neuen Einzelfällen aufhalten zu müssen. Menschen, die grundlegend negativ eingestellt sind und in vielen verschiedenen Situationen jammern (seien diese nun beruflicher oder auch privater Natur), geben ihrem Gehirn sozusagen vor, in anderen ähnlichen Momenten genau diese Denkmuster wieder an den Tag zu legen. Optimistische Gedanken haben dann überhaupt keine Chance.

Der Arbeitsplatz: Ein Eldorado für pessimistisches Gedankengut

Besonders anfällig für das negative Musterdenken unseres Gehirns sind Situationen im alltäglichen Berufsleben. Am Arbeitsplatz (und auch auf dem Weg dort hin) wird usgesprochen gern und viel gejammert – beispielsweise über die Bahn, die uns vor der Nase wegfährt, die anderen Verkehrsteilnehmer, anstrengende Kunden, nervige Kollegen und den noch nervigeren Chef.

Indem permanent über alles und jeden gejammert und gemeckert wird, stellt sich das Gehirn im Laufe der Zeit automatisch auf das pessimistische Gedankengut im beruflichen Umfeld ein und macht es zur „Standardlösung“. Das Problem: Es bringt Sie kein Stück weiter. Gejammer löst keine Probleme und Konflikte, es macht sie allenfalls nur noch schlimmer. Außerdem hält es Sie davon ab, das Übel bei der Wurzel zu packen und zu beseitigen. Mit anderen Worten: Permanentes Jammern im Job ist pure Zeitverschwendung und bringt Sie keinen Schritt weiter.

Jammern macht vergesslich

Eine weitere Nebenwirkung vom chronischen Gejammere, die Ihre Karriere durchaus torpedieren kann, ist Vergesslichkeit. Die Forscher der Stanford University (und auch andere Wissenschaftler) konnten nachweisen, dass Jammern einen Teil des Gehirns schrumpfen lässt, der für unser Gedächtnis verantwortlich ist – den Hippocampus. Je pessimistischer wir eingestellt sind, desto schlechter können wir uns also Sachen merken. Klingt verrückt, ist aber so.

Festgefahrene Denkmuster durchbrechen

Wie eingangs bereits erwähnt, ist es vollkommen normal, dass wir hin und wieder jammern und zum Pessimisten werden. Wenn man so will, gehört das einfach dazu. Trotzdem sollte natürlich jeder darauf achten, nie zu sehr in die negativen Denkmuster hineinzurutschen, beziehungsweise diese bewusst zu durchbrechen. Denn wer es wirklich will, kann auch vom Pessimisten zum Optimisten werden. Die folgenden drei Tipps helfen Ihnen dabei.

Tipp #1: Nehmen Sie positive Ereignisse bewusst wahr

Während wir uns über Negatives oft stundenlang aufregen können, wird Positives meist als Selbstverständlichkeit hingenommen und nicht weiter beachtet. Das ist grundlegend falsch. Wenn Sie merken, dass Sie zu negativen Denkmustern neigen und häufig jammern, sollten Sie positive Ereignisse umso mehr feiern und würdigen. Sie werden schnell bemerken, wie sich das auf Ihre allgemeine Einstellung auswirken wird.

Tipp #2: Akzeptieren Sie, dass Sie manches nicht beeinflussen oder ändern können

Viele Menschen verschwenden Unmengen an Zeit und Energie dafür, über Situationen zu jammern, die sie nicht beeinflussen oder ändern können. Falls Sie sich gerade ertappt fühlen: Hören Sie auf damit. Es gibt Dinge, die außerhalb unseres Einflussbereichs liegen. Darüber zu jammern, dass Sie wegen Stau zu spät zum Kundentermin kommen, bringt nichts. Nutzen Sie die Zeit lieber für sinnvollere Aktivitäten.

Tipp #3: Umgeben Sie sich mit positiven „Dingen“

Jeder von uns hat Kraftspender und Gute-Laune-Macher. Für die einen ist es ein Strauß bunter Blumen, für die anderen ein Foto der Liebsten. Wieder andere bevorzugen gute Musik. Was auch immer es in Ihrem Fall ist – umgeben Sie sich damit.


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