Zeit für ein Umdenken: Wo die guten Jobs wirklich warten

Viele Bewerber machen denselben Fehler und bewegen sich ausschließlich auf dem öffentlichen Stellenmarkt. Doch die besten Jobs werden sie hier nicht finden. Die Frage lautet nur: Wo dann?

Die Arbeitswelt befindet sich aktuell durch Fachkräftemangel, Digitalisierung & Co zwar in einem Umbruch, dennoch setzen viele Bewerber im Rahmen ihrer Jobsuche auf altbekannte Strategien. Sie suchen in Zeitungen, auf Jobportalen oder Karriereseiten nach ausgeschriebenen Stellen, verfassen ein Anschreiben und einen Lebenslauf, fügen vielleicht Arbeitszeugnisse oder eine Dritte Seite hinzu und versenden diese per Post oder via E-Mail. Anschließend heißt es: Abwarten und Daumen drücken, dass eine Einladung zum Vorstellungsgespräch folgt. Diese Strategie kann von Erfolg gekrönt sein, keine Frage – ist sie aber nur in den wenigsten Fällen. Stattdessen resultieren daraus in der Regel eine Menge Absagen und noch mehr Frustration auf Seiten des Bewerbers. Dabei könnte die Jobsuche so „einfach“ sein, wenn Sie diese nur richtig angingen. Aber wie?

 

Verdeckter vs. öffentlicher Stellenmarkt: Worin liegen die Unterschiede?

Das Problem mit dem öffentlichen Stellenmarkt, sprich mit jenen Vakanzen, welche öffentlich ausgeschrieben und damit der breiten Masse zugänglich gemacht werden, liegt in der hohen Konkurrenz. Während sich nämlich 95 Prozent der Bewerber auf dem öffentlichen Stellenmarkt bewegen, werden hier genau genommen nur etwa 33 Prozent aller verfügbaren Jobs ausgeschrieben. Wo aber ist der Rest? Ganz einfach: 60 bis 70 Prozent aller Vakanzen werden niemals öffentlich inseriert, sondern unter der Hand vergeben, auf dem sogenannten verdeckten Stellenmarkt. Jedoch wissen nur die wenigsten Bewerber, wie sie an diese Stellen kommen können. Dementsprechend haben die wenigen fünf Prozent der Jobsuchenden, welche den verdeckten Stellenmarkt für sich zu nutzen wissen, Zugriff auf zwei Drittel aller Vakanzen, während sich 95 Prozent der Bewerber einen Wettkampf um die ausgeschriebenen 33 Prozent auf dem öffentlichen Stellenmarkt liefern – klar, dass angesichts dieser Zahlen Frustration und Misserfolg vorprogrammiert sind. „Unter der Hand“ bedeutet übrigens nicht unbedingt, dass Sie persönliche Kontakte benötigen, um einen Job auf dem verdeckten Stellenmarkt zu ergattern. Welche weiteren Möglichkeiten haben Sie?

 

So ergattern Sie Ihren Traumjob auf dem verdeckten Stellenmarkt

Natürlich schadet es nicht, wenn Sie solche Kontakte haben. Streuen Sie daher in Ihrem sozialen Umfeld die Information, dass Sie sich aktuell auf Stellensuche befinden und wonach genau Sie suchen. Erkundigen Sie sich bewusst bei Freunden, Angehörigen, Bekannten oder auch beruflichen Kontakten, ob diese von einer Vakanz wissen – oder zumindest von einer Person, die Ihnen bei der Suche behilflich sein könnte. Pflegen Sie Ihr Netzwerk daher bereits, bevor Sie sich auf Jobsuche befinden und damit auf dessen Hilfe angewiesen sind. Doch auch während dieses Prozesses kann es sich noch lohnen, neue berufliche Kontakte zu knüpfen. Besuchen Sie dafür beispielsweise Messen, Seminare, Kongresse und weitere branchenrelevante Events. Besonders gut im Sinne Ihres Selbstmarketings wäre es, hier sogar als Spezialist aufzutreten und sich aktiv zu beteiligen, indem Sie beispielsweise einen Vortrag halten. Doch wie bereits erwähnt, läuft die Jobsuche auf dem verdeckten Stellenmarkt nicht ausschließlich über persönliche Kontakte ab.

 

Headhunter: Eine weitere Möglichkeit liegt hingegen in der Kontaktaufnahme zu einem Headhunter. In seiner Kartei hat er stets offene Vakanzen vorliegen, welcher unter Umständen zu Ihnen passen könnten. Und selbst, wenn Ihre Versuche nicht sofort von Erfolg gekrönt sind, so kann eine Aufnahme in diese Kartei dazu führen, dass Sie in den folgenden Wochen oder Monaten eines bis mehrere attraktive Jobangebote erhalten. Einen Versuch ist die Bewerbung bei einem Headhunter demnach allemal wert, jedoch sollten Sie darauf achten, dass es sich um einen branchenrelevanten Anbieter handelt.

 

Initiativbewerbung: Sie können Ihr Glück zudem direkt bei dem Unternehmen Ihrer Träume versuchen. Versenden Sie maßgeschneiderte Initiativbewerbungen an Ihre Wunscharbeitgeber und schildern Sie, weshalb Sie gerne in betreffendem Unternehmen tätig werden würden. Stellen Sie weiterhin Ihre Qualifikationen und Tätigkeitsbereiche dar. Auch hier gehört natürlich ein Funken Glück dazu, dass zur richtigen Zeit auch eine passende Stelle frei ist. Doch tatsächlich sind Initiativbewerbungen meist erfolgreicher als vermutet und können ebenfalls innerhalb der kommenden Wochen und Monate ein Jobangebot nach sich ziehen.

 

Social Media: Nutzen Sie auch die digitale Welt zu Ihrem Vorteil und präsentieren Sie sich in sozialen Netzwerken wie XING und LinkedIn als arbeitssuchend. Immer mehr Recruiter nutzen solche Kanäle, um gezielt geeignete Fachkräfte anzuwerben. Auch hier muss also klar erkennbar sein, was Sie können und wollen – dann stehen Ihre Chancen durchaus gut, den einen oder anderen wichtigen Kontakt zu knüpfen und dadurch einen Job auf dem verdeckten Stellenmarkt zu ergattern.

 

Welche Erfahrungen haben Sie bereits mit der Jobsuche auf dem verdeckten Stellenmarkt gemacht?


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