Arbeitsmarkt-Trend Teilzeit: 3 Gründe, die dafür sprechen

Lange Zeit wurden Menschen, die in Teilzeit arbeiten, milde belächelt. So langsam jedoch gewinnt das Arbeitsmodell immer mehr Anhänger. Nicht ohne Grund, wie der folgende Beitrag verrät.

Die meisten Arbeitnehmer sind nach wie vor in Vollzeit tätig. Das heißt, sie gehen pro Woche 40 Stunden und mehr ihrem Job nach und erhalten ein entsprechendes Gehalt. Aus finanzieller Sicht ist die Vollzeit natürlich am attraktivsten. Doch betrachtet man, was nach einem Acht-Stunden-Tag noch vom Privatleben übrig ist, dann stellt man leider allzu oft fest: Nicht so viel. Kein Wunder also, dass sich immer mehr Angestellte für einen Job in Teilzeit interessieren. Doch warum ist diese Arbeitsform eigentlich so empfehlenswert?

Grund #1: Arbeitszeiten passen sich dem Leben an – und nicht umgekehrt

Natürlich ist die zusätzliche Zeit für Familie und Privatleben der wichtigste Grund für Menschen, sich für eine Teilzeit-Stelle zu entscheiden. Anstatt ihr komplettes Dasein am Beruf auszurichten, hat man dann nämlich endlich die Möglichkeit, den Spieß umzudrehen.

Die Arbeit rückt automatisch ein kleines Stück in den Hintergrund und spielt nicht länger die erste Geige im Konzert des Alltags. Was hieraus resultiert, ist mehr Zeit für die „wirklich wichtigen Dinge“. Um was es sich hierbei konkret handelt, muss natürlich jeder für sich selbst entscheiden.

Grund #2: Verantwortungsvolle Posten sind trotzdem möglich

Arbeitnehmer, die sich für Teilzeit interessieren, wagen den entscheidenden Schritt oftmals nicht, weil sie befürchten, sich selbst auf das berufliche Abstellgleis zu befördern. Die allgemeine Annahme: Wer nicht ständig im Büro ist, kann keine verantwortungsvolle Position einnehmen.

Grundsätzlich ist hier etwas dran, doch glücklicherweise hält die moderne Arbeitswelt auch für dieses Problem eine spannende Entwicklung parat: Das Prinzip Jobsharing. Das Arbeitsmodell sieht vor, dass (meist) zwei Personen eine Vollzeitstelle besetzen und nicht nur die Aufgaben, sondern auch Verantwortungen untereinander verteilen. Teilzeit bedeutet dann keinesfalls einen beruflichen Abstieg, sondern kann sogar das komplette Gegenteil bewirken.

Lese-Tipp: Wenn Sie noch mehr über das Arbeitsmodell Jobsharing erfahren wollen, dann empfehlen wir Ihnen diesen Artikel auf dem Instaffo-Blog.

Grund #3: Zeit für andere (berufliche) Projekte

Dass Teilzeit mehr Möglichkeiten der Freizeitgestaltung bietet, ist die eine Sache. Doch haben Sie auch schon einmal darüber nachgedacht, dass Ihnen das Arbeitsmodell die Möglichkeit bietet, auch an anderen beruflichen Projekten zu arbeiten?

Das wohl beste Beispiel hierfür ist der Einstieg in die (nebenberufliche) Selbstständigkeit. Jeder, der schon ein eigenes Business aufgebaut hat, wird bestätigen können, dass Zeit eine der wertvollsten Ressourcen ist. Wer sie nicht hat, hat oftmals trotz ausreichendem Know-How und Budget nicht die Möglichkeit, richtig durchzustarten. Eine Teilzeit-Stelle hilft Ihnen dabei, neue berufliche Ziele ins Auge zu fassen und diese letztlich auch zu erreichen.

Ist der Weg in die Teilzeit eine Einbahnstraße?

Wenn es darum geht, die Vorzüge und Nachteile von Teilzeitarbeit aufzuführen, sprechen Kritiker gern den Punkt an, dass es Arbeitnehmer extrem schwer haben, zurück in die Vollzeit zu gelangen.

In der Tat ist es so, dass der Arbeitgeber seinem Mitarbeiter Teilzeit ermöglichen muss, wenn dieser eine Reduzierung der Arbeitszeit einfordert. (Quelle: Gesetz über Teilzeitarbeit und befristete Arbeitsverträge §8) Will er seine Arbeitszeit hingegen wieder erhöhen, kann er nur auf das Wohlwollen seines Chefs hoffen. Ein juristischer Anspruch besteht nämlich nicht.

Dennoch ist es ziemlich überspitzt, den Weg in die Teilzeit als Einbahnstraße zu bezeichnen. Natürlich ist es verhältnismäßig schwierig, wieder in die Vollzeitarbeit zurückzugehen. Das heißt jedoch nicht automatisch, dass es unmöglich ist.

Wichtig für HR-Manager: Teilzeit liegt im Trend

Von neun bis fünf arbeiten und danach kaum noch Zeit für die Familie und andere private Belange haben? Für immer mehr Arbeitnehmer avanciert die Vollzeit-Stelle zum Auslaufmodell. Die modernen Angestellten wollen wieder mehr Freiräume, mehr Zeit und mehr Flexibilität. Alles Wünsche, die durch eine Teilzeit-Stelle erfüllt werden können.

Besonders gefragt unter Angestellten: Die vollzeitnahe Teilzeit, die oftmals zwischen 75 und 90 Prozent einer vollen Stelle ausmacht. In Zeit ausgedrückt handelt es sich hierbei um 28 bis 36 Arbeitsstunden pro Woche.

Es ist wichtig, dass sich HR-Manager mit diesen Entwicklungen und Wünschen auseinandersetzen, wenn sie wollen, dass ihr Unternehmen weiterhin als attraktiver Arbeitgeber wahrgenommen wird. Wer also High und Young Professionals ansprechen möchte, der darf sich vor dem Thema Teilzeit auf keinen Fall verschließen.


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