Recruiting auf Jobmessen: Vorteile und Herausforderungen

Jobmessen bieten Ihnen als Recruiter ideale Voraussetzungen, um mit vielversprechenden Kandidaten ins Gespräch zu kommen. Doch was muss dabei eigentlich alles beachtet werden?

Wie gewinnt man die Aufmerksamkeit eines Messebesuchers? Wie verwickelt man ihn in ein spannendes Gespräch? Und wie macht man aus einem Interessenten einen Bewerber? Fragen über Fragen, mit denen Sie sich zwangsläufig auseinandersetzen müssen, wenn Sie (Job-)Messen als Recruiting-Kanal nutzen wollen. Es lohnt sich, auf Messen nach neuen Mitarbeitern zu suchen. Aber es bringt auch ein paar Herausforderungen mit sich.

Die Vorteile vom Recruiting auf Jobmessen

Als erstes muss an dieser Stelle natürlich auf den direkten Kontakt zum potentiellen Bewerber hingewiesen werden. Beide Seiten können sich sofort persönlich kennenlernen und somit feststellen, ob eine eventuelle Zusammenarbeit in Frage kommt. Gleichzeitig werden bereits erste wichtige Informationen ausgetauscht, wie zum Beispiel:

  • Ab wann könnte der Kandidat mit der Arbeit beginnen?
  • Welche Kernkompetenzen bringt der Kandidat mit?
  • Welche beruflichen Ziele hat er sich gesteckt?
  • Wodurch zeichnet sich das Unternehmen als attraktiver Arbeitgeber aus?
  • Welche Erwartungen hat der Recruiter an potentielle Bewerber?
  • Wie gestaltet sich der weitere Bewerbungsprozess?

Dieser direkte Austausch ist nicht nur reich an Informationen, er bringt auch einen weiteren Vorteil mit sich: Nämlich die Verkürzung der Bewerbungsphase. Während der Kandidat nicht erst nach passenden Stellen, Kontaktdaten und Co. suchen muss, sondern vor Ort auf interessante Arbeitgeber stößt, können Sie den Bewerber sofort viel besser einstufen und müssen nicht erst ewig über eine Entscheidung nachdenken.

Hinzu kommt außerdem, dass Besucher von Jobmessen grundsätzlich Interesse an einer beruflichen Veränderung haben. Ihre Ansprache ist darum besonders einfach und häufig von Erfolg gekrönt.

Ein letzter Vorteil von Jobmessen, der nicht unterschätzt werden darf, ist das Employer Branding. Auch wenn Ihr Gesprächspartner kein Interesse an einem Job in Ihrem Unternehmen hat, so hat er doch mindestens schon etwas davon gehört und kann die (positiven) Eindrücke abspeichern oder auch anderen davon berichten.

Wie rekrutiert man Mitarbeiter auf Jobmessen?

  • Das richtige Standpersonal: Unternehmen, die sich auf Messen präsentieren, verfolgen häufig ganz unterschiedliche Ziele. Während die meisten neue Kunden gewinnen wollen, sind andere auf der Suche nach qualifizierten Mitarbeitern. Wieder andere wollen nur Präsenz zeigen und ihre Bekanntheit steigern. Entscheidend ist, dass das richtige Personal eingesetzt wird, um die Ziele zu erreichen. Wenn Sie also Recruiting auf Jobmessen betreiben wollen, ergibt es nur wenig Sinn, einen Kollegen aus dem Vertrieb zu entsenden. Weitaus logischer ist es, den Stand mit Mitarbeitern aus der Personalabteilung zu besetzen. Allgemein gilt, dass das Standpersonal immer freundlich, offen und kommunikativ sein muss.
  • Die richtige Gestaltung des Standes: Wer die Aufmerksamkeit vorbeilaufender Messebesucher gewinnen will, sollte großen Wert auf eine ansprechende Gestaltung des Standes legen. Tipps dazu haben wir Ihnen in diesem Beitrag zusammengefasst.
  • Die richtigen Signale: Standpersonal, das permanent aufs Smartphone starrt oder sich erst einmal einen Snack genehmigt, lockt definitiv keine Interessenten an. Wer auf Jobmessen neue Mitarbeiter rekrutieren will, sollte seine Offenheit schon durch die Körperhaltung signalisieren. Wenn gerade kein Besucher an Ihrem Stand ist, sollten Sie aufrecht stehen und lächeln. Die Hände gehören an die Hüften oder hinter den Rücken, keinesfalls aber in die Hosentaschen. Auch das Verschränken der Arme kann auf Betrachter eher abweisend wirken.
  • Der richtige Umgang mit Messebesuchern: Jede Person, die sich Ihrem Stand nähert und dadurch Interesse am Unternehmen bekundet, muss individuell behandelt werden. Betrachten Sie sie vom ersten Moment an als potentiellen Bewerber und signalisieren Sie Interesse. Fragen bringen ein spannendes Gespräch in Gang.

Trend: Bewerber-Codes

Da in den wenigsten Fällen schon auf der Jobmesse Arbeitsverträge unterzeichnet werden, stellt sich natürlich die Frage: Und was passiert danach? Ein Trend, der sich immer mehr im Recruiting-Bereich etabliert, ist die Vergabe sogenannter Bewerbungs-Codes.

Wenn Sie einen Standbesucher als besonders vielversprechend einstufen, können Sie Ihm einen speziellen Code mitteilen. Diesen kann er dann – falls von seiner Seite ebenfalls Interesse besteht – in der Online-Bewerbung angeben. Auf diese Weise wissen Sie auf den ersten Blick, welche Bewerber Sie bereits auf der Jobmesse überzeugt haben.

Welche Herausforderungen lauern auf Jobmessen?

Recruiting auf Jobmessen kann allgemein als ziemlich anstrengend bezeichnet werden. Häufig steht man acht Stunden und mehr am Stand, führt Gespräche mit unzähligen Personen und erhält nur eine mäßige Frischluft-Zufuhr. Planen Sie darum regelmäßige Pausen ein und wechseln Sie sich bestenfalls mit einem Kollegen ab.

Auch die Konkurrenz, die häufig ebenfalls auf der Jobmesse vertreten ist und vielversprechende Bewerber zu sich lockt, kann als Herausforderung verstanden werden. Hier gilt: Lassen Sie sich nicht abschütteln, bleiben Sie dabei aber trotzdem immer professionell.

Last but not least ist auch die große Anzahl an potentiellen Kandidaten unter gewissen Umständen eine Herausforderung. Nämlich dann, wenn Sie hinterher Schwierigkeiten haben, eine Bewerbung einem Gespräch zuzuordnen. In diesem Fall hilft es, sich kurze Notizen zu besonders interessanten Unterhaltungen zu machen.


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