6 ungewöhnliche Tipps für eine erfolgreiche Gehaltsverhandlung

Ein gutes Einstiegsgehalt oder mehr Geld in einer bestehenden Anstellung – das ist nur durch eine erfolgreiche Gehaltsverhandlung möglich.

Im Laufe des Berufslebens kommt jeder Arbeitnehmer früher oder später mit dem Thema der Gehaltsverhandlung in Berührung. Sie ist in der Regel Bestandteil eines jeden Bewerbungsprozesses. Doch auch bei einer internen Versetzung, einer Beförderung oder im ganz normalen Berufsalltag müssen und sollten Sie in die Gehaltsverhandlung gehen. Alle ein bis zwei Jahre, lautet die Faustregel, sollten Angestellte mehr Geld einfordern. Denn dass der Arbeitgeber freiwillig mehr bezahlt, kommt in der Regel nur vor, wenn er entsprechend vertraglich gebunden ist, beispielsweise aufgrund von gültigen Tarifverträgen. Wenn Sie also mehr verdienen möchten – und das möchten Sie mit zunehmender Berufserfahrung oder bei einem Jobwechsel gewiss – müssen die dieses „Mehr“ an Geld einfordern. Tipps hierfür gibt es zahlreiche. Doch nicht diese ungewöhnlichen Tipps, mit welchen Sie aus der Masse herausstechen und dadurch Ihre Erfolgschancen deutlich erhöhen.

 

Tipp 1: Tragen Sie die Farbe Blau

Farben beeinflussen die Stimmung und strahlen eine gewisse „Attitude“ aus. Das geschieht im Gehirn vollautomatisch und unbewusst. Für Sie bedeutet das: Durch die richtige Farbwahl können Sie die Stimmung Ihres Gegenübers sowie Ihre eigene Wirkung beeinflussen. Hierfür eignet sich insbesondere die Farbe Blau. Ein dunkelblaues Hemd oder ein royalblaues Business-Kleid strahlen Selbstbewusstsein aus. Gleichzeitig vermitteln sie Ruhe, Harmonie und Vertrauenswürdigkeit. Mit blauer Kleidung wird weiterhin Sympathie, Freundlichkeit, Leistung, Mut und Wahrheit assoziiert – die besten Voraussetzungen also für eine einvernehmliche sowie erfolgreiche Gehaltsverhandlung auf professioneller Ebene. Wichtig ist aber, dass Sie vor allem auf dunkle, gedeckte und kräftige Farben setzen.

 

Tipp 2: Lassen Sie den Verhandlungspartner konkret werden

Zu Beginn der Gehaltsverhandlung steht in der Regel ein wenig Smalltalk und gegenseitiges Abtasten. Vermeiden Sie es in diesem Zuge, als Erster eine Zahl zu nennen. Spielen Sie den „Ball“ gerne ein wenig hin und her. Perfekt wäre es, wenn Ihr Gegenüber zuerst konkret wird und eine Zahl nennt. Da Personaler jedoch Meister der Gehaltsverhandlung sind, ist das nicht immer möglich. Was dann?

 

Tipp 3: Setzen Sie auf einen krummen Ausgangswert

Sie müssen natürlich Ihren Marktwert kennen und entsprechende Argumente für Ihre Gehaltsvorstellung aufweisen können. Nur so können Sie selbstbewusst einen konkreten Ausgangswert für die Gehaltsverhandlung nennen. Vermeiden Sie hierbei das Konjunktiv, also Formulierungen wie „Ich hätte gerne“ oder „Ich würde“ oder „Ich sollte so und so viel verdienen“. Fordern Sie stattdessen kommentarlos einen krummen Wert, also zum Beispiel 736,- Euro mehr, anstatt 800,- Euro mehr. Wieso? Das erweckt den Eindruck, sie hätten sich konkret mit Ihrer Gehaltsvorstellung beschäftigt und diese exakt berechnet, anstatt einfach einen willkürlichen Betrag in den Raum zu werfen. Diesen krummen Ausgangswert sollten Sie auf Nachfrage aber natürlich auch entsprechend begründen können.

 

Tipp 4: Setzen Sie Ihre Forderungen zu hoch an

Auch, wenn Sie Ihre Wunschvorstellung exakt berechnet haben, sollten Sie diese niemals als Ausgangswert nennen. Wieso? Ganz einfach: Ihr Gegenüber wird diesen garantiert noch nach unten handeln. In einer Gehaltsverhandlung geht es schließlich um einen Kompromiss im Sinne einer Einigung irgendwo in der „Mitte“. Setzen Sie Ihre Forderung daher unbedingt zu hoch an, um noch Spielraum nach unten zu lassen. Dadurch steigen Ihre Chancen, schlussendlich mit Ihrem Zielwert aus der Verhandlung zu gehen.

 

Tipp 5: Pokern Sie bei einem Gegenangebot

Auf Ihre Forderung wird der Verhandlungspartner demnach mit einem Gegenangebot reagieren. Auch, wenn dieses in Ihren Ohren attraktiv klingt: Nehmen Sie es nicht an – zumindest noch nicht! Spielen Sie den Ball stattdessen erneut zurück und testen Sie, ob sich nicht noch ein besseres Angebot aushandeln lässt. Dennoch dürfen Sie den Punkt zum Aufhören nicht verpassen, ansonsten wirken Sie gierig und stur. Nehmen Sie also irgendein Gegenangebot an, das zweite vielleicht oder das dritte – nur eben nicht das erste.

 

Tipp 6: Nutzen Sie die Macht der theatralischen Pausen

Sprechen Sie während der gesamten Gehaltsverhandlung mit Bedacht. Wählen Sie Ihre Worte gezielt. Legen Sie sich schlagkräftige Argumente zurecht – und lassen Sie diese durch Pausen richtig wirken. Anstatt in einen Redeschwall aus Rechtfertigungen oder sogar in Bettelei zu verfallen, zählen Sie also die Fakten auf: „Meiner Meinung nach ist eine Gehaltserhöhung in Höhe von 736,- Euro brutto mehr pro Monat angemessen, weil…“. Punkt. Legen Sie eine Pause ein. Dies bringt Ihr Gegenüber in Zugzwang, auf Ihre Aussage zu reagieren und verleiht dem Gesagten dadurch mehr Macht. Gleichzeitig wirken Sie selbstbewusster sowie zielstrebiger. Da dürfte die Gehaltserhöhung nicht mehr lange auf sich warten lassen!

 

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